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Volksrepublik China - Druckversion

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RE: Volksrepublik China - Kongo Erich - 13.03.2026

Anlässlich des Überfalls auf den Iran und den neuen Zoll-Attacken aus Washington geraten die US-China Beziehungen in massive Mitleidenschaft.
Eigentlich sollte der baldige Besuch von Donald in China "harmonisch ablaufen", aber die Streitereien werden heftiger:
Zitat: China und USA gehen vor Handelsgesprächen in Paris aufeinander los
Die Untersuchung der USA zu möglichen Überkapazitäten ihrer Handelspartner schlägt hohe Wellen. Die chinesische Regierung ist empört,
...

Gereizte Stimmung
Die Auseinandersetzung überschattet die neue Runde von Handelsgesprächen, die an diesem Wochenende in Frankreich beginnen soll. Das chinesische Handelsministerium bestätigte die Gespräche. ⁠Sie sollen den ⁠geplanten Besuch von US-Präsident Donald Trump bei seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping Ende März in Peking vorbereiten. China entsendet Vizeministerpräsident He Lifeng zu den Verhandlungen vom 14. bis 17. März. Für die USA werden Finanzminister Scott Bessent und der ‌Handelsbeauftragte Jamieson Greer erwartet.

Es handelt sich um die sechste Verhandlungsrunde, seit Trump im ​vergangenen Jahr Zollerhöhungen ‌gegen chinesische Produkte verhängt hatte. Die Regierung in Peking reagierte mit eigenen Zöllen und Exportbeschränkungen für wichtige Rohstoffe. Nach einer bei früheren Verhandlungen und einem Gipfeltreffen der Staatschefs Ende Oktober in Südkorea erzielten Einigung hatten beide Seiten die meisten ihrer Handelsmaßnahmen wieder zurückgenommen.
...



RE: Volksrepublik China - Kongo Erich - 21.03.2026

(22.12.2025, 20:49)lime schrieb: Außerhalb der EU wird nicht über die Zukunft des Verbrenners gestritten, weil die anderen produzierenden Staaten nicht so dumm sind und Verbrennerfahrzeuge in Zukunft verbieten wollen. Diesen ideologischen Fimmel gibt es nur in Teilen der EU.
Das sind leider Schlagworte und Behauptungen ohne Begründung und Belege.

Wie sich die Fokussierung auf die Ölwirtschaft in den USA auswirkt, habe ich hier dargelegt.

Ich hatte dann ja hier im Forum auch schon geschrieben, dass China die Abhängigkeit von Importen fossiler Energien deutlich reduziert hat.
Aktuell befasst sich nun ein Breitband-Medium mit dem Thema
Zitat:Iran-Krieg trifft Asiens Wirtschaft ins Mark
Aktualisiert am 21.03.2026, 06:06 Uhr

Asiatische Länder beziehen große Mengen Öl und Gas aus der Golfregion. Die Folgen sind bereits deutlich spürbar - auch für deutsche Unternehmen.

Peking - Die Blockade der Straße von Hormus trifft weite Teile Asiens besonders schwer und dürfte auch Folgen für deutsche Unternehmen dort haben. Das geht aus einer Analyse von Germany Trade & Invest (GTAI) hervor, der Außenwirtschaftsagentur des Bundes.

Demnach stammt ein großer Teil der Öl- und Gasimporte in Asien aus der Golfregion. Tanker meiden aufgrund iranischer Drohungen oder fehlender Versicherungen die Route. Auch die Luftfrachtkosten auf der Europa-Asien-Route sind dem Bericht zufolge zuletzt um bis zu 60 Prozent gestiegen.

Energiepreise und Nachfrage unter Druck
Stark betroffen sind energieabhängige Volkswirtschaften wie Japan, das nahezu sein gesamtes Rohöl aus der Golfregion bezieht. Vor allem in Süd- und Südostasien sind die Folgen laut dem Bericht bereits spürbar: Steigende Energiepreise und Versorgungsengpässe belasten Wirtschaft und Haushalte.
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China weniger stark betroffen
Auch China ist als weltweit größter Rohölimporteur betroffen. Durch direkte Pipelines aus Russland und große Reserven ist das Land jedoch dem Bericht zufolge weniger stark auf Tankerlieferungen angewiesen als viele Nachbarländer. Zudem profitiert China laut GTAI vom Ausbau erneuerbarer Energien.
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China entwickelt sich damit zum Vorbild für Asien und insgesamt auch für den "globalen Süden".
Und als Marktführer in Sachen "erneuerbare Energien gewinnen" und "Elektromobilität fördern" wird China einen großen Teil dieser Branche für sich abschöpfen.
Die USA - und wir - haben es dagegen versäumt, rechtzeitig den anfahrenden Zug zu besteigen.

Beispiel: Solarenergie:
Wir waren 2010 z.B. noch Weltmarktführer im Bereich "Solarenergiegewinnung". Heute (Stand 2024) ist das China mit fast dem 12fachen unserer Produktion. Unter den 10 größten Solarunternehmen sind acht aus China.

Beispiel: Windenergie:
Auch hier ist China inzwischen mit der doppelten Kapazität gegenüber dem nächsten Land in der Tabelle zum Weltmarktführer bei der Energiegewinnung geworden. Und der Vorsprung wird dank der jährlich neu installierten Kapazitäten massiv weiter ausgebaut.

Beispiel Elektrofahrzeuge:
Von den fünf größten Herstellern batterieelektrischer Autos sind drei aus China. Der Marktführer - Tesla in den USA - hat Probleme, und reduziert die Verkaufszahlen und die Produktion. Unser Volkswagenkonzern kann dagegen insbesondere in Europa noch halbwegs mithalten.
Wie lange noch?
Global schaut das ohnehin schon anders aus.

Die "Energiewende" wird bei uns insgesamt zurück gedreht - egal ob KFZ-Industrie, Heizung oder was auch immer, Wollen wir auch zu einem Industriemuseum werden?


RE: Volksrepublik China - Grolanner - 21.03.2026

(21.03.2026, 11:08)Kongo Erich schrieb: [...]

Die "Energiewende" wird bei uns insgesamt zurück gedreht - egal ob KFZ-Industrie, Heizung oder was auch immer, Wollen wir auch zu einem Industriemuseum werden?

Das ist m.E. nur in Teien korrekt. Als jemand, der für eine Firma arbeitet, die u.A. Anlagen für Automotive herstellt und Instandhält, kann ich sagen, dass dieser Sektor tatsächlich arg abfällt (in fast allen Belangen), aber die Produktion von energieeffizienten Großwärmepumpen ist am Boomen. Das ist schon fast ein "Verdammt, Kunde droht mit Auftrag". Zumindest bei uns als Sonderanlagenhersteller.
Ich sehe den "Einbruch der Energiewende" eher im privaten Sektor, europäische (E-)KFZ sind einfach preislich aus dem Rahmen gefallen, und was man in D privat für eine WP ausgeben soll (weil es ja Viessmann/Buderus sein muss) kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Die Preise sind m.E. völlig überzogen. Das können die Asiaten besser und trotzdem noch günstiger. In vielen Fällen deutlich! Da ist dann das nächste Problem eben die Kompetenz vom Heizungsbauer im Bezug zur (Kältetechnik der) Wärmepumpe. Leider meist nicht vorhanden (und wo soll sie auch herkommen?). Nicht umsonst ist Kältetechnik ein 3,5-jähriger Lehrberuf.


RE: Volksrepublik China - Kongo Erich - 21.03.2026

(21.03.2026, 11:36)Grolanner schrieb: Das ist m.E. nur in Teien korrekt. Als jemand, der für eine Firma arbeitet, die u.A. Anlagen für Automotive herstellt und Instandhält, kann ich sagen, dass dieser Sektor tatsächlich arg abfällt (in fast allen Belangen), aber die Produktion von energieeffizienten Großwärmepumpen ist am Boomen. Das ist schon fast ein "Verdammt, Kunde droht mit Auftrag". Zumindest bei uns als Sonderanlagenhersteller.
Ich sehe den "Einbruch der Energiewende" eher im privaten Sektor, europäische (E-)KFZ sind einfach preislich aus dem Rahmen gefallen, und was man in D privat für eine WP ausgeben soll (weil es ja Viessmann/Buderus sein muss) kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Die Preise sind m.E. völlig überzogen. Das können die Asiaten besser und trotzdem noch günstiger. In vielen Fällen deutlich! Da ist dann das nächste Problem eben die Kompetenz vom Heizungsbauer im Bezug zur (Kältetechnik der) Wärmepumpe. Leider meist nicht vorhanden (und wo soll sie auch herkommen?). Nicht umsonst ist Kältetechnik ein 3,5-jähriger Lehrberuf.
Du hast Recht. Was die Wärmepumpe betrifft bestätigt das etwa die amtliche Statistik.

Wobei die Ergänzung / Umstellung durchaus einige kombinierbare Vorteile bietet.
Ich lasse z.B. gerade ein Haus in der Nähe von Trier renovieren (gebaut in den 50er/60er Jahren).
Keller feucht => Wärmepumpe dient auch der Entfeuchtung der Raumluft
=> Betrieb über Solarkollektoren auf der Garage mit Batterie und Ladestation für E-Mobil ...

Ich hoffe, dass ich mich mit anfänglich hohen Investitionen mittel- und langfristig von der zu erwartenden Energiekostenwelle in Deutschland (und Europa) abkoppeln kann.

Schwierig war tatsächlich die Auswahlentscheidung. Wenn ich für jedes Ersatzteil einen Sonderflug aus China brauche und die Bedienungsanleitung in 漢字 / 汉字 (Hanzi) geschrieben ist, kann ich wenig mit anfangen. Ich hab schon mit anderen Sprachen meine Schwierigkeiten. Jetzt haben wir uns für asiatisches Produkt mit deutscher Firma für Installation und Wartung "vor Ort" entschieden.


RE: Volksrepublik China - Grolanner - 22.03.2026

Ich wäre da beim Hersteller eher Richtung japanisch unterwegs. Nicht, dass ich den Chinesen Qualität nicht zutrauen würde, aber es fehlen mir praktische Erfahrungen oder Kontakt zu mir als fähig bekannten Leuten, die sowas mal verbaut und betreut habenAngel
Ergo, als Laie ganz schwierig, als Fachmann nur etwas einfacher.

Lass die WP auf jeden Fall nach dem ersten Betriebsjahr noch einmal nachregeln, sowas ist nicht in 2 Tagen Inbetriebnahmen optimal eingestellt!

Aber nun genug mit OT Wink


RE: Volksrepublik China - Kongo Erich - 22.03.2026

Danke


RE: Volksrepublik China - Kongo Erich - 26.03.2026

Während aufgrund des Golfkrieges weltweit zwei Öl- und eine Gaskrise "zusammentreffen" setzt ein deutscher Konzern auf China und eröffnet dort ein riesiges Chemiewerk:
Zitat:Dieses neue Mega-Werk in China entscheidet über die BASF-Zukunft
Der Chemiekonzern hat seinen Verbundstandort im Süden Chinas eröffnet, mitten in der Ölkrise. BASF will dort seine Stärken ausspielen. Die China-Gewinne sind wichtig für ein anderes Projekt.

Sabine Gusbeth, Bert Fröndhoff
26.03.2026 - 06:45 Uhr

[Bild: https://images.handelsblatt.com/C3OtLIi4Q7D3/cover/1400/933/106/148/0/47/0.5/0.5/basf-verbundstandort-zhanjiang.avif]
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