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RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - muck - 19.01.2026 Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat die US-Zollpolitik untersucht. Schlussfolgerungen:
Mit anderen Worten, obwohl Trumps Zollpolitik der US-Wirtschaft langfristig noch nutzen könnten (wenn nämlich der US-Markt weniger importabhängig wird), hat bisher der US-Verbraucher die Zeche bezahlt. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kos - 19.01.2026 (19.01.2026, 21:03)Kongo Erich schrieb: John Maynard Keynes sah Staatsverschuldung nicht per se als negativ, sondern als notwendiges Geldmarkt-Instrument in Krisen: Der Staat soll sich verschulden, um durch Ausgaben die Nachfrage zu steigern und die Wirtschaft anzukurbeln (antizyklische Politik), wodurch Schulden in Wachstum umgewandelt werden können und später durch höhere Steuereinnahmen bedient werden können. Das Problem ist, für die Leute die diese Argumentation verwenden ist immer Krise... Nur weil sich eine Argumentation gut anhört muss sie ausserdem nicht richtig sein. Staatsschulden bei der eigenen Notenbank sind etwas ganz anderes wie Staatsschulden bei den Bürgern oder im Ausland aufgenommene. Beide sind bei einem hohen Niveau allerdings langfristig schlecht, insbesondere wenn regelmässige Ausgaben damit finanziert werden. Passiert bei uns leider gerade bei Investitionen und den Verteidigungsausgaben. Das ist ein schleichendes Gift und dafür ein Gegenmittel zu finden, wenn es aus dem Ruder läuft ist nicht so einfach, siehe Frankreich. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kongo Erich - 19.01.2026 (19.01.2026, 21:28)muck schrieb: ...Dazu ergänzend: Zitat: ...ist nicht von mir, aber bedenkenswert - zumal es gerade eine Meldung dazu gibt: Zitat:Wegen TrumpKopie hier RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - lime - 21.01.2026 (19.01.2026, 21:28)muck schrieb: Mit anderen Worten, obwohl Trumps Zollpolitik der US-Wirtschaft langfristig noch nutzen könnten (wenn nämlich der US-Markt weniger importabhängig wird), hat bisher der US-Verbraucher die Zeche bezahlt. Also staatl. Mehreinnahmen von 200 Mrd. USD bei gleichbleibender bzw. sogar fallender Inflation? https://de.tradingeconomics.com/united-states/inflation-cpi#:~:text=Kerninflation%20wird%20steigen-,Die%20jährliche%20Inflationsrate%20in%20den%20USA%20blieb%20im%20Dezember%202025,Niveau%20seit%20Anfang%202021%20war. Also selbst wenn die Zölle fast zu 100% an die US-Verbraucher weitergegeben wurden müssen andere Konsumgüter signifikanter als die letzten Jahre üblich im Preis gefallen sein. Das zeigt das Trumps Politik im Endeffekt sehr erfolgreich ist. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Broensen - 21.01.2026 (21.01.2026, 16:58)lime schrieb: Also staatl. Mehreinnahmen von 200 Mrd. USD bei gleichbleibender bzw. sogar fallender Inflation?Nein, das zeigt, dass vor allem sinkende Energiekosten die Zoll-bedingten Preissteigerungen bei Import-lastigen Warenkategorien ausgleichen: [Bild: https://cdn.statcdn.com/Infographic/images/normal/34883.jpeg] Hinzu kommt, dass ein nicht unerheblicher Anteil der US-Importe nicht in die Haushalte, sondern an die Industrie geht, die wiederum selbst auch wieder Teile ihrer Produktion exportiert und die eben durch zollbedingt steigende Einkaufspreise weniger wettbewerbsfähig werden. (Auch wenn da natürlich ebenfalls sinkende Energiekosten einen gewissen Ausgleich bieten.) So steht dann auch in der von Muck verlinkten Studie wörtlich: Zitat:Amerikanische Importeure und Verbraucher tragen nahezu die gesamten KostenDer Blick auf die Verbraucher-Warenkorb-abhängige Inflationsrate greift da also deutlich zu kurz. Zum einen kann diese Inflationsrate nur dadurch so moderat gehalten werden, dass die Energiepolitik auf kurzfristige Preisreduzierung zulasten langfristiger Nachhaltigkeit ausgerichtet wird. Zum Anderen kommen eben Auswirkungen auf die konkret von den Importzöllen betroffenen Wirtschaftszweige hinzu, die sich nicht in der Inflationsrate widerspiegeln, weil deren Produkte nicht Teil des Verbraucherwarenkorbs sind. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kongo Erich - 23.01.2026 (19.01.2026, 21:57)Kongo Erich schrieb: Dazu ergänzend: ist nicht von mir, aber bedenkenswert - zumal es gerade eine Meldung dazu gibt:vor vier Tagen hier im Forum und jetzt schon an den Finanzmärkten spürbar: Finanz-Beben: Billionen-Anleger werfen US-Anleihen auf den Markt Zitat:New York/München – Der Anlageriese Pimco, der schwedische Pensionsfonds Alecta oder der dänische Pensionsfonds Akademiker Pension: Inmitten des Grönland-Streits werfen immer mehr Großanleger US-Anleihen auf den Markt. Pimco will wegen der Unberechenbarkeit der US-Regierung sein billionenschweres Portfolio umschichten, Alecta baut seine acht Milliarden Dollar in US-Anleihen aus gleichem Grund ab, die Dänen verkaufen immerhin US-Anleihen für 100 Millionen Dollar. Zudem reduzieren viele Notenbanken den Dollar seit einiger Zeit als Reservewährung und setzen lieber auf Gold. An den Finanzmärkten spricht man deshalb von „Sell America“, dem Ausverkauf amerikanischer Wertpapiere. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - lime - 23.01.2026 (23.01.2026, 12:10)Kongo Erich schrieb: vor vier Tagen hier im Forum und jetzt schon an den Finanzmärkten spürbar: Den Negativrekord von Biden muss Trump erst einmal erreichen. Bisher sind die Kurse der Staatsanleihen ziemlich stabil. https://de.tradingview.com/symbols/TVC-US10Y/ RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - EuropeanMind - 28.01.2026 Der Dollar hat in den letzten Tagen einige Federn gelassen und befindet sich zur Zeit auf einem 4-Jahres-Tief gegenüber einer repräsentativen Mischung anderer Währungen (Euro, Pfund, Yen etc.) Profitieren tun diese davon allerdings nur mäßig. Großer Gewinner der derzeitigen Umschichtung aus Dollar-Anleihen und Schuldverschriebungen sind in erster Linie Edelmetalle (Gold, Silber, Palladium, Platin). RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kongo Erich - 28.01.2026 Der Dollar fällt auf mehrjähriges Tief – Trump findet das „großartig“ berichtet das Handelsblatt: Zitat:Die Weltleitwährung steht unter Druck und fällt zum Euro auf das tiefste Niveau seit Jahren. Den US-Präsidenten stört das überhaupt nicht, im Gegenteil – damit droht weitere Bewegung. (23.01.2026, 12:10)Kongo Erich schrieb: vor vier Tagen hier im Forum und jetzt schon an den Finanzmärkten spürbar:es geht nicht nur um Anleger, die irgendwo Finanzmittel bunkern wollen, Zitat:Dollar-Schwäche treibt Investoren in Gold und Schweizer Frankensondern auch um reale Investitionen in die Wirtschaftsstandorte. Die "Flucht aus dem Dollar" hält laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) an: Zitat:Deutsche Firmen ziehen Geld aus den USA ab und investieren massiv in Chinaje schwächer der Dollar, desto stärker die anderen Währungen ... dass ein so instabiles Währungsgefüge auch für andere Währungen problematisch ist, darf man nicht übersehen - denn mit "steigenden Kursen" verteuern sich die Exporte dieser Währungsnutzer. Eine denkbare Alternative wäre es, den internationalen Zahlungsverkehr nicht mehr in $ sondern in anderen Währungen abzuwickeln. Dann ist man vor den erratischen Entscheidungen der US-Administration sicherer und diesen nicht mehr so ausgeliefert. Damit wird aber das Ende des $ als "internationale Leitwährung" verstetigt und verstärkt. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kongo Erich - 28.01.2026 Der Dollar hat eine Atempause, um sich zu fangen: Zitat:US-Notenbank legt Zinspause ein – Leitzins unverändertdamit werden die Zinsen für US-Staatsanleihen auch nicht niedriger. Das wird DT nicht gefallen, der seit ... für massive Zinssenkungen trommelt. Aber DT feiert woa auch sinkende Dollar-Werte: Zitat: ... RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - goschi - 29.01.2026 Ob der Dollar "teuer" oder "billig" ist, ist eigentlich nicht so entscheidend. Er muß jedoch berechenbar sein. Und aus den hinreichend diskutierten Gründen ist er das nicht mehr. ![]() Ob Trump wohl weiß, dass das Ausland die USA finanziert? Aktuelles Haushaltsdfizit: 1,8 Bio. USD. p.a. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Nightwatch - 29.01.2026 Zitat:Ob Trump wohl weiß, dass das Ausland die USA finanziert?Nur ca. 30% der US-Staatsanleihen werden von ausländischen Investitoren gehalten. Davon eine erhebliche Menge aus finanztechnischen Gründen. Eine relative Schwäche des US-Dollars zu anderen Währungen ist für die US-Wirtschaft dahingehend positiv das es die eigene Exporte günster und Importe teuer macht, was die inländische Wirtschaft stärkt und die Gewinne der US Konzerne im Ausland in Dollar gesehen steigert. Die Schwäche aller Währungen relativ zu Edelmetallen bzw. die Kurszuwächse die wir bei Gold und va Silber im Moment sehen haben damit wenig zu tun. Gold und Silber steigen viel rasanter als der Dollar gegenüber anderen Währungen verliert, alle Währungen werten aktuell gegenüber Edelmetallen ab. Man kann dafür politische Gründe (die Streiterei um die Fed, Grönland, Zöllle oder was auch immer) suchen, die eigentlichen Ursachen sind struktureller Natur und haben wenig mit den (politischen) Triggern zu tun, die die Bewegung schlussendlich auslösen. RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kongo Erich - 31.01.2026 Dazu Zitat:Währung schwächelt(Video ab 0:29) Zitat: Devisenexperten machen Trumps Politik, die Angriffe auf die FED und die wachsende US-Schuldenlast von über 38 Billionen Dollar verantwortlich und dass in Krisenzeiten überall die "Flucht in die Edelmetalle" erfolgt, nicht nur in den USA, brauchen wir hier nicht zu diskutieren - oder? RE: Dollar als weltweite Leitwährung? - Kongo Erich - 03.02.2026 Die KAssandra-Rufe werden öfter und lauter Zitat:US-Ökonom warnt: Die kommende Finanzkrise wird 2008 wie einen „Sonntagsausflug“ aussehen lassen |