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RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 07.05.2026 Die Aussagen treffen auf offene Türen: Mehrheit der Deutschen zweifelt an den USA – und will Europas „eigenen Weg“ Zitat: Eine Studie in allen 27 EU-Ländern zeigt das wachsende Misstrauen gegenüber Trumps USA. Laut der Bertelsmann Stiftung bleibt das Vertrauen in die NATO aber stabil.als überzeugter Europäer darf man DT auch mal dankbar sein ein anderes Thema im gleichen Strang: Zitat:Europas neue Handelsstrategien RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - voyageur - 09.05.2026 Europa macht sich erneut auf die Suche nach Munition FOB (französisch) Nathan Gain 6. Mai 2026 [Bild: https://www.forcesoperations.com/wp-content/uploads/2025/11/KNDS-produit-ses-premiers-obus-de-155-mm-en-Belgique_001.png] Europa hat gerade zwei Ausschreibungen für seine Munitionsindustrie veröffentlicht. Von der 5,56-mm-Patrone bis zur 155-mm-Granate geht es erneut darum, den Bedarf der Mitgliedstaaten zu bündeln, um gemeinsame Beschaffungen zu ermöglichen, die für die betroffenen Hersteller mehr Sichtbarkeit bedeuten. Nach der Anfang 2026 durchgeführten Marktstudie ist nun der Wettbewerb an der Reihe. Rund vierzig Lose sind im Rahmen von zwei Ausschreibungen zu vergeben, die am Montag von der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) im Rahmen des Programms „Collaborative Procurement of Ammunition“ (CPoA) veröffentlicht wurden. Jedes Verfahren wird in zwei Phasen durchgeführt. Nur die nach einer ersten Vorauswahl ausgewählten Bewerber werden aufgefordert, ein Angebot einzureichen. Abgesehen von der Frist für die Einreichung der Bewerbungen – festgelegt auf den 10. Juni – hält sich die EDA sowohl hinsichtlich des weiteren Zeitplans als auch hinsichtlich des Umfangs der geplanten Mengen und Investitionen bedeckt. Eine der beiden Ausschreibungen ist in 19 Lose unterteilt und umfasst die NATO-Kaliber 5,56 mm, 7,62 mm, 9 mm, 12,7 mm, 30 mm sowie einige ihrer Varianten. Die andere Ausschreibung betrifft ausschließlich 155-mm-Artilleriegeschosse. Ihre 24 Lose, die ebenso vielen potenziellen Rahmenvereinbarungen entsprechen, sind zu gleichen Teilen zwischen dem französischen CAESAR und dem deutschen PzH 2000 aufgeteilt. Es ist nicht verwunderlich, dass sich die AED auf den CAESAR und den PzH 2000 konzentriert: Sie machen heute den Großteil der in Europa entwickelten und bei den europäischen Streitkräften im Einsatz befindlichen selbstfahrenden Geschütze aus. Allein der CAESAR verzeichnet heute auf dem europäischen Kontinent mehr als 250 bestellte Systeme aller Generationen. Ganz zu schweigen von den bereits in Frankreich und in Estland im Einsatz befindlichen sowie denjenigen in den Händen der ukrainischen Streitkräfte, die indirekt von künftigen Bestellungen profitieren könnten. Der Bedarf im Artilleriebereich umfasst sowohl komplette Geschosse in verschiedenen Konfigurationen als auch Zünder, Sprengköpfe und andere modulare Treibladungen. Zwar mangelt es nicht an Lösungen für die Artillerie und einen Teil des mittleren Kalibers, doch müsste die französische Industrie im Bereich des kleinen Kalibers theoretisch passen, da sie in diesem Segment über keine nationalen Kapazitäten verfügt. Die AED hatte einige Monate nach Ausbruch des russisch-ukrainischen Konflikts eine aktivere Rolle bei den gemeinsamen Beschaffungen übernommen. Die im November 2022 eingeleiteten Arbeiten konzentrieren sich seitdem auf die Beschaffung von Munition, Kampfsystemen und CBRN-Ausrüstung. So wurde im vergangenen Frühjahr eine Ausschreibung für die Lieferung von CBRN-Masken, -Patronen und -Anzügen veröffentlicht, die Verträge bis 2030 vorsieht. Vier Monate später richteten die AED, 24 europäische Länder und Norwegen ein CPoA-Projekt ein, das in zwei Phasen unterteilt ist: eine zweijährige Phase, die sich auf 155-mm-Granaten konzentriert und im Rahmen des EDIRPA-Mechanismus umgesetzt wird, sowie eine auf sieben Jahre angelegte Phase, die auf eine ganze Reihe von Munitionsarten ausgeweitet wurde. In diese zweite Phase fügt sich die doppelte Anstrengung ein, die diese Woche unternommen wurde. Sie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine Lieferkette weiter stärkt, um unter anderem bis zum Jahr 2027 eine Jahresproduktion von 2 Millionen Granaten zu erreichen. RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 09.05.2026 Die "Zeitenwende" hat erschreckende Defizite offenbart. Dazu gehört ein massiver Munitionsmangel. Inzwischen scheint es zwar möglich, den Grundbedarf der Ukraine zu decken - aber für ein Sicherheitspolster dürfte das keinesfalls reichen. Nun gibt es neben ausreichender Munition auch noch andere Dinge zu sichern. alphall31 hat am 07.05.2026, 16:14 bereits auf das entsprechende Privatgutachten hingewiesen (danke): (07.05.2026, 17:14)alphall31 schrieb: Der Weg zu europäischer Verteidigungsautonomie: Ein Leitfaden zur Überwindung kritischer AbhängigkeitenUnd dazu schreibt nun noch EURONEWS aktuell: Zitat:"Sparta 2.0" – der Plan für eine unabhängige Militärmacht Europa RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - muck - 11.05.2026 Zumindest im Artillerie-Bereich hat Europa die USA offenbar bereits abgehängt. Rheinmetall berichtete zuletzt, dass man 2025 1,1 Mio. 155 mm-Granaten produziert habe; alle Produzenten der USA hätten 2025 480.000 Stück produziert. Und wohlgemerkt, das seien nur die Zahlen für Rheinmetall. Mit den Franzosen, Finnen, Norwegern und Polen dürfte Europas Gesamtaustoß eher Richtung 1,8 Mio. gehen. RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 12.05.2026 Europa muss sich nicht nur im Artillerie-Bereich von den USA abkoppeln. Die Möglichkeit dazu ist vorhanden: Zitat:Treffen der Verteidigungsminister: RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - alphall31 - 14.05.2026 Die geplante Rotation einer US kampftruppenbrigade in Polen wurde kurzfristig abgesagt. Die Soldaten wurden zwar schon offiziell verabschiedet aber nun wurde der Einsatz in Europa abgesagt. Die bereits verlegten Teile wurden in die USA zurück befohlen. Dabei handelt es sich um 2nd Armored Brigade Combat Team, 1st Cavalry Division . Somit sind in Polen jetzt 4000 US Soldaten weniger stationiert. Zu Jahresbeginn wurden schon 1800 Soldaten aus Osteuropa abgezogen. Ein offizieller Grund wurde noch nicht genannt , ein möglicher Grund der diskutiert wurde sind Einsparungen. RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 14.05.2026 Zwischendurch war aus Polen zu hören, dass die Truppenreduzierung nur Deutschland beträfe. Das ist jetzt vom Tisch. Bestätigt: USA sagen Truppenentsendung nach Polen ab Es gab vor Jahren noch laute Stimmen in Polen, die möglichst nah unter den Mantel der USA schlüpfen wollten und den eigenen Nachbarn eher misstraut und auf Distanz geachtet haben. Ich denke, diese Stimmen werden inzwischen deutlich leiser. RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 15.05.2026 Am 17. Juni: Polen und Deutschland wollen Verteidigungsabkommen unterzeichnen und das innerhalb der NATO und der EU - bemerkenswerte Entwicklung RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 15.05.2026 Europa bereitet jetzt ernsthaft eine europäische Armee vor Zitat:Immer mehr Politiker in Europa sprechen offen über eine gemeinsame europäische Armee. Hintergrund sind geopolitische Krisen, Donald Trumps Aussagen zur NATO und die Angst vor wachsender Unsicherheit in Europa. Besonders die Idee eines gemeinsamen europäischen Kommandos gewinnt aktuell massiv an Unterstützung. (Video zum Thema "Vielleicht") RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 16.05.2026 (14.05.2026, 16:53)Kongo Erich schrieb: ...es fehlt einfach an Kommunikation - Hegseth-Knall erschüttert NATO: USA stoppen Truppen-Rotation nach Polen – niemand wusste Bescheid Zitat:Trumps Verteidigungsminister Hegseth hat eine Truppenverlegung nach Polen gestoppt. Offenbar wussten nicht mal Beamte des Pentagon davon Bescheid.(Kopie hier) Wenn nicht einmal die eigenen Mitarbeiter Bescheid wissen, dann ist das mehr als Unzuverlässigkeit den eigenen Partnern gegenüber (und Grund für einen massiven Vertrauensverlust), sondern schlichtweg Unfähigkeit. Wer einen Laden so führt, darf sich nicht wundern, wenn die Partner abspringen. Denn selbst bei "gutem Willen" - der kann es nicht. RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 18.05.2026 Armenien scheint sich in Richtung EU und damit in den Bereich zu bewegen, der im Rahmen einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik beachtet werden sollte. Jedenfalls kann es uns nicht egal sein, was unmittelbar vor Europas Grenzen im Kaukasus passiert. Im Anschluss an das Treffen in Armenien (05.05.2026, 23:05)Kongo Erich schrieb: In dem Kontext vielleicht noch eine Binse:scheint es nun auch konkretere Entwicklungen zu geben: Zitat:Armenien und die EU: Putin verliert alten Verbündeten an Trumps neue Handelsroute RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - Kongo Erich - 11.06.2026 Das Handelsblatt schreibt in einem Gastkommentar – Global Challenges Zitat:Der Irankrieg verändert die Golfregion – Europa muss handeln RE: Europäische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik - voyageur - 10.09.2026 aus einem französischen Forum Veröffentlicht vor 5 Stunden Paris bereit, Berlin in Sachen Verteidigungshaushalt die Tür vor der Nase zuzuschlagen La lettre (französisch) Zitat Die Versuche Berlins, die Klausel der „europäischen Präferenz“ in Rüstungsverträgen zu untergraben, veranlassen Paris dazu, einen Plan B in Betracht zu ziehen, falls die Verhandlungen über den mehrjährigen Haushalt der Europäischen Union scheitern sollten. Unter strengster Geheimhaltung bereitet sich die französische Regierung darauf vor, sich von der Kommission abzuwenden und sich auf einige verbündete Länder zu stützen, gemäß einer Strategie, die von der Generaldirektion für Rüstung vorangetrieben wird. Wenige Wochen vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am 15. Oktober in Brüssel bereiten sich das Büro des französischen Präsidenten und das Außenministerium des Landes auf ein Scheitern der Gespräche mit Deutschland über den Verteidigungshaushalt 2028–2034 der Union vor. Nach einem Jahr der Verhandlungen ist Frankreich zu einer bitteren Erkenntnis hinsichtlich seiner „glorreichen Isolation“ gelangt: Sein Botschafter bei der EU, Philippe Léglise-Costa, ist der Einzige, der das Prinzip der europäischen Präferenz bei der Beschaffung von Waffen verteidigt. Während Donald Trump die amerikanischen Truppen aus Europa abzieht, will sich Paris von seiner Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten in Verteidigungsfragen befreien und weigert sich, den massiven Einsatz europäischer Mittel zur Finanzierung des Kaufs amerikanischer Ausrüstung zuzulassen. Im Rat der Europäischen Union stößt Paris auf die Unnachgiebigkeit Berlins, das die sogenannten „sparsamen“ Länder dazu veranlasst hat, drastische Kürzungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro bei den ursprünglich von der Kommission vorgeschlagenen europäischen Finanzmitteln in Höhe von 2.300 Milliarden Euro zu fordern. Angesichts des Drucks durch die rechtsextreme Partei „Alternative für Deutschland“ vertritt Friedrich Merz in Brüssel eine zunehmend harte Linie, um seiner Wählerschaft ein Signal zu senden. Die Ministerpräsidenten von Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden und den Niederlanden trafen sich Ende August in Berlin mit dem deutschen Bundeskanzler, um das Programm für ein Europa mit minimalen Haushaltsverpflichtungen voranzutreiben. Angesichts des Ausmaßes der geforderten Kürzungen wird der mit 131 Milliarden Euro dotierte Fonds für Wettbewerbsfähigkeit, der die Bereiche Verteidigung und Raumfahrt abdeckt, unweigerlich in Mitleidenschaft gezogen. Auf Drängen Berlins lehnen dieselben Länder neue Eigenmittel oder ein Darlehen ab, mit denen die durch die Offensive Moskaus auf dem Kontinent notwendig gewordene umfassende Aufrüstung finanziert werden könnte. Verantwortliche im französischen Außenministerium und im Armeeministerium halten diese Haltung umso besorgniserregender, als Berlin, gestützt auf seinen umfangreichen Haushalt, beschlossen hat, in Verteidigungsfragen einen Alleingang zu wagen. Nachdem Deutschland das deutsch-französische Projekt „Future Combat Air System“ (FCAS) aufgegeben hat, baut es nun eine nationale Alternative zu „Iris2“ auf, der von der EU finanzierten Satellitenkommunikationskonstellation. Berlin gegen „Made in Europe“ Vor allem aber betrachtet der Élysée-Palast die Positionen beider Seiten als grundsätzlich unvereinbar. Die europäische Präferenz beim Rüstungskauf ist seit Emmanuel Macrons Rede vor dem Kongress in Versailles im Juli 2018 das Leitprinzip des Präsidenten. Sein Ziel war es, die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu beenden und ein Auftragsvolumen zu erreichen, das den Aufbau einer starken industriellen Verteidigungsbasis in Europa ermöglicht. Doch wie bei allen Fragen der Souveränität in Brüssel widersetzt sich Deutschland – ein bedeutender Exporteur – nun dem „Made in Europe“ und bevorzugt Abkommen der EU-27 mit Handelspartnern vom Vereinigten Königreich bis zu den Vereinigten Staaten. Im Verteidigungsbereich betrachtet Frankreich diese Haltung als regelrechten Verrat. „Le Lettre“ geht davon aus, dass Berlin während der mühsamen Verhandlungen über das Europäische Programm für die Verteidigungsindustrie (EDIP) tatsächlich zugestimmt hatte, dass die strengen Kriterien für die Rüstungsfinanzierung für künftige Haushalte durch eine Ratschklausel festgeschrieben würden. Der Text legt fest, dass Verteidigungsprogramme, die für eine EU-Finanzierung in Frage kommen, zu mindestens 65 % aus europäischen Komponenten bestehen müssen. Hinter verschlossenen Türen, in den Fluren des Rates, brach der Berliner Vertreter Thomas Hans Ossowski sein Wort, sobald sich die Verhandlungen um den Haushalt 2028–2034 umschlugen. Deutschland zieht es nun vor, Allianzen zwischen seinen Industrieunternehmen und großen US-Konzernen zu bevorzugen, auch wenn dies bedeutet, in den USA hergestellte Waffen in Lizenz zu produzieren. Die Niederlande, die baltischen Staaten und die nordischen Länder schließen sich dieser Position an, wie die jüngste Ankündigung Schwedens zeigt, Himars-Raketenwerfersysteme von Lockheed Martin zu erwerben. Sackgasse im Parlament Vor diesem Hintergrund sehen sich die französischen Europaabgeordneten mit dem Abbau der Präferenzmaßnahmen für den Kauf europäischer Ausrüstung konfrontiert. Der Haushaltsentwurf für den Bereich Wettbewerbsfähigkeit wird im Industrieausschuss von Christian Ehler geleitet, dem einflussreichen deutschen Koordinator der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) unter Ursula von der Leyen. In einem von mehreren Fraktionen unterzeichneten Schreiben vom 23. Juni, das von „La Lettre“ veröffentlicht wurde (siehe Dokument), forderten die Abgeordneten François-Xavier Bellamy (EVP), Christophe Grudler, Nathalie Loiseau (Renouveau) und Raphaël Glucksmann (Progressive Allianz der Sozialisten und Demokraten) Ehler auf, die EDIP-Kriterien im zur Abstimmung vorgelegten Text wieder aufzunehmen. Ehler macht jedoch Verteidigungsassoziierungsabkommen mit Drittstaaten zu einer unabdingbaren Voraussetzung für die Verhandlungen – gegen den Willen der Fraktionen der Grünen und von Renew. Die deutsche Blockade war so stark, dass die ursprünglich für diese Woche geplante Abstimmung über den Text gerade auf den 10. November verschoben wurde. Nachdem der Élysée die Führung bei den Fonds für digitale Wettbewerbsfähigkeit, Biotechnologie und Raumfahrt übernommen hat, ist er bereit, die Finanzierung des Verteidigungsbereichs in Brüssel zu kürzen, sollten seine Partner es nicht schaffen, die europäische Souveränität zu einer absoluten Priorität zu machen. Frankreich setzt darauf, dass es im Bereich der europäischen Verteidigung ohne die Kommission und zu seinen eigenen Bedingungen vorankommen könnte. Diese Überzeugung wurde durch die Ansicht bestärkt, dass die kleine Generaldirektion für Verteidigungsindustrie und Raumfahrt (DG DEFIS) unter der Leitung des Finnen Timo Pesonen schlecht gerüstet ist, um die im Rahmen des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens erwarteten Dutzende Milliarden Euro zu verwalten. In den letzten Monaten hat Paris eine Liste von Vorwürfen gegen die EU-Exekutive hinsichtlich ihrer Verteidigungspolitik erstellt und den litauischen Kommissar Andrius Kubilius als zu nah an den atlantistischen Positionen stehend bewertet, insbesondere in Bezug auf die Ukraine. Gute Nachrichten für Dassault Ein Bruch mit Brüssel würde für Macron eine Kehrtwende bedeuten, würde aber diejenigen begeistern, die – wie der einflussreiche Generaldirektor von Dassault, Éric Trappier – seit Jahren dafür eintreten, dass die von der Kommission verwalteten Mittel gekürzt werden sollten. Gleiches gilt für diejenigen, die es vorziehen würden, wenn dieses Geld direkt an die nationalen Hauptstädte fließen würde. Aus Angst, dass diese Frage ihre transatlantischen Verträge handelspolitischen Vergeltungsmaßnahmen aussetzen könnte, haben Airbus, Thales und Safran es vorsichtshalber abgelehnt, den Leitartikel von Kommissar Stéphane Séjourné zu unterzeichnen, in dem dieser die europäische Präferenz beim Waffenkauf befürwortet. Ihre Brüsseler Lobbygruppe, die Europäische Vereinigung der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie (ASD), die mühsam einen gemeinsamen Standpunkt zur EDIP erarbeitet hatte, schwieg diesmal bemerkenswert zum Grundsatz „Made in Europe“ im Verteidigungshaushalt der EU. „La Lettre“ geht davon aus, dass Paris nun bestrebt ist, sich bei der Finanzierung von Projekten mit seinen Partnern eher auf zwischenstaatliche Strukturen wie die Europäische Verteidigungsagentur oder eine künftige Europäische Verteidigungsbank zu stützen als auf die Kommission. Die neue Abteilung „Europa“ innerhalb der französischen Generaldirektion für Rüstung (DGA), die von deren Generaldirektor Patrick Pailloux kurz nach seinem Amtsantritt eingerichtet wurde, soll diese Strategie in Abstimmung mit der Direktion für internationale Zusammenarbeit und Exporte der DGA umsetzen. Die Stelle würde somit ausgewogene Partnerschaften zwischen den europäischen Staaten fördern, die auf den Pariser Bedingungen basieren und nicht auf denen, die von der Kommission vorgegeben werden, beispielsweise in Bezug auf die Exportvorschriften. Im Armeeministerium ist das französisch-schwedische Verteidigungsabkommen, in dessen Rahmen Schweden Fregatten von der Naval Group gekauft und Frankreich im Gegenzug mit Saab-Radar ausgestattete GlobalEye-Überwachungsflugzeuge bestellt hat, zum Vorbild geworden, das Paris nachahmen möchte. |