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RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - KheibarShekan - 28.07.2024 (27.07.2024, 14:23)Quintus Fabius schrieb: Technische Vorteile können erst dann einen wirklichen Vorteil generieren, wenn man die dafür notwendige Kompetenz hat. Und je hoch-technologischer und komplexer die Kriegsführung und die darin verwendeten Systeme, desto größer muss die Kompetenz sein, um aus der technologischen Komplexität tatsächlich wirksame strategische Effekte generieren zu können. Ja, das ist so. Zitat:Die Vorteile der westlichen Waffensysteme kamen also gerade eben aufgrund der Inkompetenz nicht zum Tragen und konnten gerade eben deshalb überhaupt negiert werden. Auch richtig. Technische und organisatorische Vernetzung unter den von Saudis und UAE angeführten Allianzpartnern war scheinbar auch nicht ganz optimal. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Quintus Fabius - 28.07.2024 Zitat:Technische und organisatorische Vernetzung unter den von Saudis und UAE angeführten Allianzpartnern war scheinbar auch nicht ganz optimal. Das ist noch sehr euphemistisch ausgedrückt. Ich habe da immer mal wieder Berichte gelesen, nach denen die sich praktisch gesehen gegenseitig sabotiert haben, anders kann man das gar nicht mehr ausdrücken. Und auch sonst wurden da derart bizarre Fehler gemacht, dass es einfach nur noch erstaunlich ist. Selbst wenn man von der üblichen traditionellen arabischen Unfähigkeit zur modernen Kriegsführung ausgeht: https://www.economist.com/middle-east-and-africa/2024/05/05/why-are-arab-armed-forces-so-ineffective ist das Versagen gegen die Houthis dennoch spektakulär. Selbst für derart unfähige Armeen. Noch darüber hinaus haben die Öl-Araber überhaupt keinerlei politische oder militärische Strategie. Die handeln einfach ohne überhaupt irgendwelche sinnvollen oder erreichbaren Ziele zu haben, geschweige denn überhaupt irgendeine seriöse Strategie zu formulieren. Und dazu kommen dann noch die üblichen strukturellen und organisatorischen Probleme, der extreme Mangel an Training, die extreme Unfähigkeit des Offizierskorps, Nepotismus und Korruption, unsinnige innere Kämpfe sowohl aufgrund Familien- wie auch Stammeszugehörigkeit (die Saudis sabotieren sich dadurch fortwährend selbst, indem lauter kleine Faktionen in ihrer Armee gegen die anderen Fraktionen dort kämpfen, aus völlig irrational dummen Gründen), und beschließend die Unfähigkeit der Saudis was die Logistik angeht, denen fehlt die Befähigung größere Truppenmengen überhaupt in einem Krieg zu unterhalten, die Systeme zu warten, es fehlt an Inst usw. Genau aus diesem Grund waren die Saudis und die anderen Ölaraber auch nicht in der Lage, ausreichend große Truppeneinheiten im Jemen einzusetzen, schlicht und einfach weil sie unfähig dazu sind, aus logistischen Gründen. Sie haben im Vergleich zur Menge und Qualität ihrer eingekauften westlichen Waffensysteme eine unterirdisch schlechte Logistik, die dann ebenfalls an den bereits beschriebenen Zusatzproblemenen krankt. Schlussendlich stinkt der Fisch hier wie immer vom Kopf her. Das Versagen der Ölaraber ist damit insgesamt gesehen ein Ausfluss ihrer dysfunktionalen, degenerierten und negativen Staats- und Gesellschaftsstrukturen. Meiner rein privaten Meinung nach ist dies teilweise auch von den USA intentional gewollt. Damit die Öl-Araber weiter vollständig von ihnen abhängig sind. Man will daher auch im Westen nicht, dass die Saudis eine ernsthafte Militärmacht werden. Die sollen weiter sinnlos und überteuert sich mit westlichen Waffensystemen vollmüllen, dafür das Geld welches sie für das Öl erhalten haben zumindest teilweise zurück zahlen und dann diese Waffen sinnlos verbrauchen. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - alphall31 - 28.07.2024 Das scheint sich allerdings durch die ganze arabische Welt zu ziehen in den letzten 80 Jahren . Man schaue sich nur das Bündniss an das damals gegen Israel in den Krieg zog . RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Schwabo Elite - 28.07.2024 (28.07.2024, 09:23)Quintus Fabius schrieb: Meiner rein privaten Meinung nach ist dies teilweise auch von den USA intentional gewollt. Damit die Öl-Araber weiter vollständig von ihnen abhängig sind. Man will daher auch im Westen nicht, dass die Saudis eine ernsthafte Militärmacht werden. Die sollen weiter sinnlos und überteuert sich mit westlichen Waffensystemen vollmüllen, dafür das Geld welches sie für das Öl erhalten haben zumindest teilweise zurück zahlen und dann diese Waffen sinnlos verbrauchen. Der Deal ist: Wir (USA) kaufen euer Öl und garantieren die Existenz des Königshauses. Im Gegenzug kauft ihr unsere Waffen, obwohl ihr die weder braucht noch sinnvoll nutzen könnt. Und wenn jemand das Spinnen anfängt, nutzt das US-Militär Saudi-Arabien als Aufmarschgebiet. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - KheibarShekan - 13.11.2024 Zitat:Leading Iranian, Saudi generals hold talks in Tehranhttps://www.tehrantimes.com/news/506117/Leading-Iranian-Saudi-generals-hold-talks-in-Tehran RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Schneemann - 23.12.2025 Die Gemengelage im jemenitischen Bürgerkrieg könnte sich verschieben, wobei es den Anschein hat, dass der Machtverlust des iranischen Regimes nach dem Krieg im Sommer gegen die Israelis wiederum die Saudis und die Emirate ermuntert hat, ihre eigenen Milizen verstärkt in Stellung zu bringen. Zitat:Saudi-backed forces gather on Yemen border as separatists face pressure to pull backhttps://www.theguardian.com/world/2025/dec/18/saudi-backed-forces-yemen-border-separatists-stc Schneemann RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg in Libyen - Kongo Erich - 23.12.2025 Jetzt also noch ein weiterer Akteur im Bürgerkrieg; das mag der aktuellen Situation geschuldet sein. Die STC-Separatisten erobern aktuell große Teile Südjemens Stand: 21.12.2025 07:23 Uhr Zitat: Im Jemen hat eine separatistische Bewegung (Anm.: STC-Milizen) die Kontrolle über Aden und weitere Teile im Süden übernommen. Im Stellvertreterkrieg ausländischer Mächte ist damit eine von den Emiraten gestützte Gruppe in die Offensive gegangen.Damit ist eine dritte Partei im Bürgerkrieg deutlich in Erscheinung getreten. Die Huthi werden vom Iran unterstützt. Saudi-Arabien unterstützt das Lager um die international anerkannte Regierung. Der so agierende Präsident des Jemen, Raschad al-Alimi, wirft nun seinem Regierungspartner vor, der Alleingang der STC gefährde den gemeinsamen Kampf gegen die mit dem Iran verbündete Schiitenmiliz der Huthi. Die Vereinigten Arabischen Emirate hingegen unterstützen den STC militärisch, finanziell und diplomatisch. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Skywalker - 27.12.2025 Zitat:Why Saudi Jets Bombed UAE-Backed Forces in Yemen https://clashreport.com/world/articles/why-saudi-jets-bombed-uae-backed-forces-in-yemen-0nm7pmvr2t9j RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Kongo Erich - 30.12.2025 was zu erwarten war: Abkommen gegen Huthi zerbricht: Jemen beendet Emirate-Bündnis Zitat: 30.12.2025, 10:01 Uhrergänzend: Zitat:Machtkampf zwischen Riad und Abu Dhabi RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - lime - 31.12.2025 (30.12.2025, 11:36)Kongo Erich schrieb: was zu erwarten war: Damit stehen die Saudis im Jemen auf verlorenem Posten. Gegen die Huthis war schon im Bündnis kein Sieg möglich. Fast alle wichtigen Städte werden entweder von den Huthis oder von den Emiraten gehalten. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Quintus Fabius - 31.12.2025 Da die Truppen der Emirate nicht abziehen werden, und die Pseudolegalisierung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges dort ja nur über die explizite Einladung dieser Truppen durch die sogenannte Regierung des Jemen erfolgt ist, wird der edle europäische Werte Westen TM nun gegen die Emirate vorgehen um ihre Aggression zu beenden ?!
RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - lime - 31.12.2025 (31.12.2025, 09:01)Quintus Fabius schrieb: Da die Truppen der Emirate nicht abziehen werden, und die Pseudolegalisierung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges dort ja nur über die explizite Einladung dieser Truppen durch die sogenannte Regierung des Jemen erfolgt ist, wird der edle europäische Werte Westen TM nun gegen die Emirate vorgehen um ihre Aggression zu beenden ?! Würde doch ins allgemeine Schema passen dass der "Wertewesten" Islamisten gegenüber moderateren islamischen bzw. sogar säkulären Kräften bevorzugt. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Kongo Erich - 03.01.2026 Zitat:Separatisten im Südjemen forcieren Unabhängigkeitsreferendum RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - voyageur - 03.01.2026 Von Saudi-Arabien unterstützte Truppen gewinnen im ölreichen Süden Jemens wieder an Boden OLJ (französisch) AFP / 3. Januar 2026 um 08:45 Uhr, aktualisiert um 13:05 Uhr [Bild: https://s.lorientlejour.com/storage/attachments/1491/proxy_959109.jpg/r/800/proxy_959109.jpg] Saudi-arabische Luftangriffe auf Stellungen des Südlichen Übergangsrats (CTS) in Sayoun, Jemen. UGC/via REUTERS Laut Militärangaben haben die von Saudi-Arabien unterstützten Truppen am Samstag in der rohstoffreichen Provinz Hadramaut im Süden des Jemen, wo sie gegen von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte Separatisten kämpfen, Geländegewinne erzielt. Die Separatisten des Südlichen Übergangsrats (CTS) hatten im Dezember weite Gebiete erobert, insbesondere in dieser ölreichen Region, was zu tödlichen Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Koalition, einem Verbündeten der jemenitischen Regierung, führte. Zwei Militärvertreter der jemenitischen Regierung erklärten jedoch am Samstag gegenüber AFP, dass die von Riad unterstützten Streitkräfte die Kontrolle über den wichtigsten Militärstützpunkt in al-Mukalla, der Hauptstadt der Provinz Hadramaut an der Grenze zu Saudi-Arabien, übernommen hätten. Am frühen Samstagmorgen waren in dieser kürzlich von den Separatisten eroberten Stadt Schüsse zu hören, wobei die von Saudi-Arabien unterstützten Streitkräfte offenbar ohne großen Widerstand vorrückten, wie ein AFP-Journalist berichtete. Ein Militärvertreter der jemenitischen Regierung erklärte außerdem, dass die pro-saudischen Truppen die Kontrolle über den Flughafen, der am Freitag angegriffen worden war, sowie über die Verwaltungsgebäude der Stadt Seyoun, 160 Kilometer nordwestlich von al-Mukalla, übernommen hätten. „Wir bemühen uns, sie zu sichern”, fügte er hinzu. Ein Militärführer der CTS gab zu, dass seine Truppen „aufgrund des Drucks durch saudische Luftangriffe einen vollständigen Rückzug aus den Gebieten von al-Khasha“ vorgenommen hätten. „Wir leisten den angreifenden Truppen in Seyoun Widerstand“, erklärte er jedoch. Einwohner von Seyoun berichteten von Schüssen und Zusammenstößen am frühen Samstagmorgen in ihrer Stadt. Bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Koalition auf separatistische Militärstützpunkte in al-Khasha und Seyoun in der Provinz Hadramout wurden am Freitag 20 jemenitische Separatisten getötet, wie ein Militärsprecher der CTS mitteilte. Dies waren die ersten Verluste, die der STC seit seinen Eroberungen im Dezember zu verzeichnen hatte. Aufruf zum Dialog Saudi-Arabien lud am Samstag „alle Fraktionen des Südens“ des Jemen zu einem „Dialog“ in Riad ein, um die Zusammenstöße zwischen den Separatisten und den anderen Mitgliedern der Regierungskoalition zu beenden. Es befürwortet ein Treffen, um „gerechte Lösungen” zu finden, die „den legitimen Bestrebungen des Volkes im Süden gerecht werden”, so das saudische Außenministerium. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die am Freitag ihre letzten Truppen aus dem Jemen abgezogen haben, forderten die Jemeniten am Samstag auf, „ihre Differenzen im Dialog beizulegen“. Die Separatisten hatten am Vortag angekündigt, einen zweijährigen Prozess zur Gründung eines Staates im Süden des ärmsten Landes der Arabischen Halbinsel, das durch jahrelange Kriege zerstört ist, einzuleiten. Der Präsident des CTS, Aidarous al-Zoubaidi, rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, einen „Dialog“ zwischen den verschiedenen Parteien zu unterstützen, und warnte, dass die Gruppe „unverzüglich“ die Unabhängigkeit erklären werde, wenn der Aufruf zum Dialog nicht gehört werde oder wenn der Süden Jemens erneut Ziel „militärischer Angriffe“ werde. Zwischen 1967 und 1990 gab es im Süden des Jemen eine unabhängige Demokratische Volksrepublik. Die Eroberungen der Separatisten – die jedoch Teil der jemenitischen Regierung sind – haben den Zorn der anderen Regierungsfraktionen und Riads hervorgerufen und die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verschärft. Die von Riad angeführte Koalition wurde 2015 gegründet, um die jemenitische Regierung gegen die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen zu unterstützen, die 2014 die Hauptstadt Sanaa und anschließend weite Teile des Nordens des Landes eingenommen hatten. Ein 2022 vereinbarter Waffenstillstand wird in diesem Konflikt, der Hunderttausende Todesopfer gefordert, das Land zersplittert und eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit ausgelöst hat, weitgehend eingehalten. RE: Bürger- und Stellvertreterkrieg im Jemen - Schneemann - 11.01.2026 Die von den Saudis unterstützten NSF-Milizen haben offenbar die wichtige Hafenstadt Aden eingenommen, ein empfindlicher Rückschlag für die von den VAE unterstützten STC-Milizen. Zitat:Saudi-backed forces move to capture key Yemeni city as crisis with UAE deepens [...]https://edition.cnn.com/2026/01/08/middleeast/yemen-saudi-uae-intl Schneemann |