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(Land) Das deutsche Heer - Druckversion

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RE: Das deutsche Heer - Quintus Fabius - 04.05.2026

Zitat:Die sind aber nicht dargestellt. Also zumindest nicht auf Korpsebene.

Anbei. Glatt übersehen:

Was genau ist die Rolle des BW / KdH Land Component Comand (LCC) - immerhin mit einem Korpszeichen versehen ?!

Was für mich zudem am wenigsten begreiflich ist - ist die Aufteilung der sogenannten Korps-Truppen-Division auf 3 NATO Korps. Wie genau sollen die Einheiten dieser "Division" auf welche Korps aufgeteilt werden? Und wenn sie das werden, wozu dann die Divisions-Ebene?


RE: Das deutsche Heer - Broensen - 04.05.2026

(04.05.2026, 21:11)Milspec_1967 schrieb: Viellecht fehlt genau der Part, der eine RÄUMLICHE Trennung vorsieht ... Der Nordosten (See Häfen, Logistik nach Polen und Baltikum) hat undchwer erkennbar im V Fall ganz andere Lasten in der Abwehr feindlicher Kräfte und Saboteure zu ertragen als der Rest der Republik.
Diese Unterteilung der Aufgaben erfolgt jedoch nicht geografisch, mit Ausnahme der fehlenden Küste im Süden, das macht aber nicht die Hälfte aus. Eine Teilung in zwei Divisionen ergibt keinen Sinn für das, was der HS leisten muss. Der wird über das ganze Bundesgebiet disloziert benötigt und dort dann in entsprechend kleinen Einheiten, die alle voneinander unabhängige Aufträge zu erfüllen haben. Jeweils eine Division für ganz Nord- und Süddeutschland sind den dem Kontext nichts weiter als Verwaltungsapparate. Die Gesamtkoordinierung erfolgt auf der obersten Ebene, zukünftig als HS-Korps geplant. Die operative Verantwortung liegt bei den regionalen Regimentern. Dazwischen gibt es keinen Bedarf für eine Führungsebene, sofern diese nicht über Unterstützungselemente verfügt, die in den Regimentern nicht vorhanden sind.

Ich denke, da träumen einfach zu viele noch davon, Landesverteidigung gegen vorrückende Bodentruppen betreiben zu dürfen.

(04.05.2026, 21:26)Quintus Fabius schrieb: Was für mich zudem am wenigsten begreiflich ist - ist die Aufteilung der sogenannten Korps-Truppen-Division auf 3 NATO Korps. Wie genau sollen die Einheiten dieser "Division" auf welche Korps aufgeteilt werden?
Das ist mMn so deklariert, weil wir zum 1.D/NL, dem MDNC NE und dem Eurocorps jeweils dauerhaft Einheiten abstellen, während wir bei den anderen NRDC nur in den Stäben mitarbeiten und bei Bedarf Truppenkontingente zur Verfügung stellen. Die drei Korps sind also die, für die wir unsere als Korpstruppen aufgestellten Einheiten planen. Vorgesehen sind ja "Korpstruppen für 1,5 Korps", nur halt eben auf drei Korps verteilt, zu denen auch andere Truppen stellen. Bleibt die Frage, ob es da feste Zuteilungen geben wird oder nur nach Bedarf. Ich tippe auf letzteres.
Zitat:Und wenn sie das werden, wozu dann die Divisions-Ebene?
Da war noch Platz für einen Stab.


RE: Das deutsche Heer - Quintus Fabius - 05.05.2026

Eine Teilung in zwei Divisionen ergibt keinen Sinn für das, was der HS leisten muss.

Theoretisch könnte man einer solchen Struktur durchaus auch Sinn verleihen - als Ebene für die Zivil-militärische Zusammenarbeit - Koordination mit den Landratsämtern / Kreisverwaltungsreferaten / THW / Polizeieinheiten - wobei man geschlossenen Einheiten der Polizei Kombattantenstatus geben könnte und man könnte den Heimatschutz im weiteren ja noch ausbauen, so dass zu den Heimatschutzregimentern noch zusätzliche Unterstützungseinheiten als Divisionstruppen kommen - Pioniere, Drohnen, Sondereinheiten.

Im Prinzip könnte man so die schon öfter von uns diskutierte Landeswehr damit aufbauen.

Zitat:Ich denke, da träumen einfach zu viele noch davon, Landesverteidigung gegen vorrückende Bodentruppen betreiben zu dürfen.

Wohl wahr. Aber auch wenn das nicht stattfinden wird (Stichwort Sümpfe um Hamburg anlegen Big Grin - so ist es gar nicht so unwahrscheinlich, mit Bürgerkriegsartigen Unruhen, Terrorismus, unkonventioneller Kriegsführung, feindlichen Agenten und Sondereinheiten sowie unkonventionellen Angriffen auf kritische Infrastruktur konfrontiert zu werden - kurz und einfach mit einem modernen Krieg im Sinne von Trinquier.

Würde man dann diese Divisionen über die bloßen Heimatschutzregimenter hinweg weiter ausbauen und auch den Regimentern zusätzliche Fähigkeiten verleihen für die assymetrische Kriegsführung im Verbund mit Polizeieinheiten, so wäre das eine brauchbare Struktur.

Theoretisch.

Allgemein:

Und was genau macht jetzt das Land Component Command ?!


RE: Das deutsche Heer - Kokovi79 - 05.05.2026

Die Heimatschutzdivisionen ergeben keinen Sinn. Sinnvoller wäre es, wie im ehemaligen Territorialheer der HS4 Territorialkommandos aufzustellen, welche die HS-Regimenter und ggf. weitere für den Heimatschutz und WHNS notwendige Verbände, z.B. Feldjäger oder Pioniere, führen. Notwendig wären Nord (SH, NI, MV, HH, HB), West (NW, RP, SL, HE), Ost (ST, BB, BE, SN, TH), Süd (BB, BW). Ansonsten sollte man das Konzept der multinationalen Korps kritisch hinterfragen, da es spätestens auf logistischer Ebene scheitert bzw. ein ineffizientes Sammelsurium nationaler Korpstruppen nach sich zieht (Versorgung und Instandsetzung). Grundsätzlich sollten regionale Schwerpunkte für die Nationen gesetzt werden, z.B. polnische und deutsche Korps im Nordosten, rumänische, bulgarische, ungarische im Südosten, plus ARF mit fester und dauerhafter Assignierung. So lassen sich Führungs- und Logistikstrukturen sinnvoll bereinigen.


RE: Das deutsche Heer - Broensen - 05.05.2026

(05.05.2026, 05:34)Quintus Fabius schrieb: Theoretisch könnte man einer solchen Struktur durchaus auch Sinn verleihen ... so dass zu den Heimatschutzregimentern noch zusätzliche Unterstützungseinheiten als Divisionstruppen kommen - Pioniere, Drohnen, Sondereinheiten.
Genau: Erst durch die Unterstützer erhalten mehrere HS-Divisionen ihre Berechtigung. Aber auch dann würde ich derer zwei für acht Regimenter als fragwürdig erachten. Entweder man hat regionale oder nationale Strukturen, aber keine Trennung in Nord und Süd. Da wären vier Brigaden noch sinnvoller als zwei Divisionen.
Zitat:so ist es gar nicht so unwahrscheinlich, mit Bürgerkriegsartigen Unruhen, Terrorismus, unkonventioneller Kriegsführung, feindlichen Agenten und Sondereinheiten sowie unkonventionellen Angriffen auf kritische Infrastruktur konfrontiert zu werden - kurz und einfach mit einem modernen Krieg im Sinne von Trinquier.
Und dann setzen wir die HS-Division Nord geschlossen ein, um die Krawalle in Berlin in den Griff zu bekommen und geben den Rest Norddeutschlands auf?
Der Heimatschutz muss extrem viel leisten, an unzähligen Orten gleichzeitig. Da wird man im V-Fall niemals genug Kräfte für einen Einsatz in Divisionsstärke generieren können, es sei denn, es handelt sich um ein einzelnes Ereignis in Friedenszeiten, dann genügt dafür aber eine einzige nationale Führungsebene.
Zitat:Und was genau macht jetzt das Land Component Command ?!
Das kommandiert Landkomponenten. Confused Ich könnte mir vorstellen, dass es eine strategische Operationsführungsebene sein soll, die man für nötig erachtet, um die geplanten weitreichenden Waffen des Heeres einsetzen zu können, unabhängig von den Korps. Vielleicht auch, weil letztere nicht national, sondern durch die NATO geführt werden und man trotzdem national die eigenen Langstreckenwaffen führen können möchte. Defacto führt es wahrscheinlich dazu, dass wir dann mehr Stabsstellen für den Einsatz von MFK haben werden als MFK. Dodgy

(05.05.2026, 09:43)Kokovi79 schrieb: Ansonsten sollte man das Konzept der multinationalen Korps kritisch hinterfragen, da es spätestens auf logistischer Ebene scheitert bzw. ein ineffizientes Sammelsurium nationaler Korpstruppen nach sich zieht (Versorgung und Instandsetzung).
Ich würde sagen, man müsste es dahingehend überarbeiten, dass es abseits der multinationalen Pool-Kapazitäten für IKM-Missionen auch eine "V-Fall"-Strukutur gibt, in der sämtliche Truppenteile der europäischen NATO-Kräfte fest Korps zugewiesen sind, so dass man sich auf diesen Fall konkret vorbereiten und die Logistik darauf ausrichten kann.


RE: Das deutsche Heer - alphall31 - 05.05.2026

Loyal hat im Dezember schon einmal eine Struktur veröffentlicht die sich hinterher als eigene Konstruktion heraus stellte auf was man vorher nicht hingewiesen hatte. Schon damals wurde darauf hingewiesen das ein Heer mit über 151000 Mann nicht mit den aufwuchsplänen der anderen OrgB übereinstimmt . Alleine der geplante Aufwuchs der Art fordert vom Heer einen Aufwuchs im Bereich Nachschub und im unterstützungsbereich bei der Logistik . Auch der Aufwuchs der FLA bei Heer und Luftwaffe erfordert im unterstützungsbereich einen Aufwuchs bei der Logistik um mehrere tausend . Schon die in den letzten Jahren aufgestellten Artbtl sind Logistisch überhaupt nicht hinterlegt worden, weder beim Naschub noch in der Logistik .

—————————————
Zitat:Aber ich bin mir sicher, alphall31 kann uns erklären, warum es unhaltbar war, acht HS-Regimenter in nur einer Division vorzuhalten. Wink

Mit viel Sarkasmus würde ich sagen es bringt DP für Sterne und stabsdienstposten. Auf dem Papier ist es ein weiterer Divisionsstab . Es könnte ja wirklich mal ein Ibuk kommen der vor hat die Bw kriegtüchtig zu machen .
Diesen würde man unter anderem daran erkennen das er erst mal 20000 stabsdienstler in den vorzeitigen Ruhestand versetzt ( ja das geht und hat auch schon ein Minister gemacht) und dafür sorgt das nicht 50% der längerdiener nicht auf dem DP sitzen für welchen sie eine Haushaltskarte blockieren.
Mir ist aber auch nicht ganz klar was für Vorstellungen man hier vom heimatschutz hat?
Der heimatschutz wird gefüllt durch Wehrpflichtige / wehrdienstleistende und SaZ kurz , dazu das Personal welches aus den jetzigen heimatschutz gestellt wird und solche SaZ für die in der Reserve ihres OrgB keine Verwendung war. Der größte Teil des Personals hat also über die Basisausbildung hinaus keine weitere Ausbildung . Dazu beträgt die grundbeorderungszeit nur sechs Jahre . Nach sechs Jahren wird die Stelle von einem neuen Namen gefüllt. Außer ein paar wenige die freiwillig weiter machen. Dazu kommt , wer nach seinem Wehrdienst eine Ausbildung oder Studium beginnt muss sich nicht grundbeordern lassen . Das gleiche gilt bei SaZ. Also wer dachte das hier mal ein Rgt geschlossen übt wird enttäuscht werden. Es werden letztendlich weiter 60 einzelne Kp bleiben die einfach um eine Struktur zu haben in Rgt zusammengefasst wurden.
Der Bereich Heimatschutz ist außerdem weder in der Logistik hinterlegt noch im nachschubbereich des Heeres .
Auch der Einsatz zum Schutz der Infrastruktur beschränkt sich auf den Einsatz als „Infanterist". Weil so mancher hier schon von fla Systemen geträumt hat.


RE: Das deutsche Heer - Broensen - 05.05.2026

(05.05.2026, 15:14)alphall31 schrieb: Schon damals wurde darauf hingewiesen das ein Heer mit über 151000 Mann nicht mit den aufwuchsplänen der anderen OrgB übereinstimmt
Wie meinst du das konkret? Hier wird ja jetzt eine Zahl genannt für aktives Heerespersonal 2035, die mehr als ein Verdoppelung ausmachen würde. Für mein Verständnis würde die halt alles das umfassen, was in dem Zeitraum hinzu komme soll. Da die Kampftruppen nur um ein Drittel erhöht werden, bleibt da schon eine Menge Raum für WDL-Ausbilder, Logistik, Fla, Artillerie & Co. Oder hast du konkrete Zahlen aus den einzelnen Truppengattungen, die nahelegen, dass deutlich mehr oder weniger als 151k aktive benötigt werden, um beschlossenen oder perspektivisch angestrebten Aufwuchs zu hinterlegen?

Ich habe oft Probleme, solche Aussagen von dir einzuordnen, weil du häufig nur darauf verweist, dass eine Planung nicht zu einer anderen passt, was aber leider überall und andauernd der Fall ist, tlw. schon allein deswegen, weil von Idee bis Beschluss oft Jahre vergehen. Außerdem kennen wir halt oft nicht den offiziellen "internen" Stand, sondern nur extern veröffentlichtes, was häufig nochmal einen anderen Stand abbildet.
Zitat:Schon die in den letzten Jahren aufgestellten Artbtl sind Logistisch überhaupt nicht hinterlegt worden, weder beim Naschub noch in der Logistik .
Das klingt jetzt erstmal nach einem problematischen Versäumnis, aber in welcher Beziehung steht das zur Zielplanung für 2035? Für mich wäre die Konsequenz daraus erstmal, dass innerhalb der dargestellten Strukturen dann auch erhebliche Logistikkräfte eingeplant werden müssten. Dass die nicht explizit dargestellt werden, wundert mich dabei wenig, da es sich eben um die Darstellung der Gerüchteküche handelt, in der wohl eher weniger darüber zu vernehmen sein wird, wie man gedenkt, die geplanten Einheiten zu versorgen. Ich traue den Verfassern aber zumindest zu, diesen Bedarf mit in den 151k eingeplant zu haben, sofern die nicht im Unterstützungsbereich außerhalb des Heeres verortet sind.
Zitat:Mit viel Sarkasmus würde ich sagen es bringt DP für Sterne und stabsdienstposten.
Bist du jetzt einer von uns? Wink
Zitat:Auf dem Papier ist es ein weiterer Divisionsstab . Es könnte ja wirklich mal ein Ibuk kommen der vor hat die Bw kriegtüchtig zu machen .
Du denkst daran, dass man den Stab schonmal aufbaut, um ihn bei Bedarf in die aktive Truppe zu übernehmen? Oder eher als Grundlage für eine echte Territorialarmee aus Wehrpflichtigen bei Aktivierung einer umfangreichen Wehrpflicht?
Zitat:Mir ist aber auch nicht ganz klar was für Vorstellungen man hier vom heimatschutz hat?
Ich denke, das geht weit auseinander. Dabei ist dann natürlich auch noch zwischen Hoffnung und Erwartung zu unterscheiden.
Im Groben kann man es mMn in zwei unterschiedliche Konzepte zusammenfassen, was man hier vom HS erwartet:
1. Klassische Territorialarmee zur Landesverteidigung.
2. Qualifizierte Truppe für Objektschutz- und Sicherungsaufgaben

Ich persönlich halte 1. für irrelevant und 2. für erforderlich, glaube aber bei beidem nicht, dass es kommen wird. Stattdessen wird man irgendwo dazwischen landen, nur halt ohne das "qualifiziert", aber das scheinst du ja ähnlich zu sehen.
Zitat:Es werden letztendlich weiter 60 einzelne Kp bleiben die einfach um eine Struktur zu haben in Rgt zusammengefasst wurden.
"einfach um eine Struktur zu haben" klingt sehr treffend. Und gilt mMn auch für die Divisionen darüber.
Zitat:Der Bereich Heimatschutz ist außerdem weder in der Logistik hinterlegt noch im nachschubbereich des Heeres .
Sollte der nicht eigentlich seine eigene Logistik beinhalten?


RE: Das deutsche Heer - Garten-Grenadier - 05.05.2026

Die Ausbildungskompanien der 6 Heimatschutzregimenter bilden innerhalb von 6 Monaten Rekruten zu Soldaten der Heimatschutztruppe aus. Bei zwei Ausbildungsgängen pro Jahr wäre rechnerisch ein Gewinn von bis zu 12 Kompanien ausgebildeten Heimatschützern als Reserve pro Jahr möglich. Faktisch wird die derzeitige Zahl aufgrund von Ausbildungskapazitäten und Abbrecherquote geringer ausfallen.

Man munkelt, dass die Heimatschutzregimenter unter Erhöhung der aktiven Anteile in Bataillone mit eingehender Dislozierung untergliedert werden sollen. Grundsätzlich stand mal die Zahl von 12 Heimatschutzregimentern im Raum.

Ich halte die Vergrößerung der Heimatschutztruppe – ob mit oder ohne Pflicht – für den einzigen realistischen Aufwuchs der vorliegenden Grafik.

Allerdings braucht es dazu weder Korps- noch Divisionsstäbe, da die Heimatschutzregimentern nicht als taktische Verbände der Gefechtsführung dienen…zumindest Stand heute.
Hier wären 9 Regionalstäbe ( Nord, Nordost, Ost, Südost, Süd, Südwest, West, Nordwest und Mitte) viel sinnvoller.

ODER wie von Kokovi79 beschrieben die Wiederaufstellung der alten Wehrbereichskommando I-IV (Stand 2001-2013) mit regionaler Zuordnung der Heimatschutztruppe, Landeskommandos, Feldjäger sowie der ortsfesten Logistik- , Sanitäts- und Fernmeldeeinrichtungen.


RE: Das deutsche Heer - alphall31 - 05.05.2026

Zitat:Wie meinst du das konkret? Hier wird ja jetzt eine Zahl genannt für aktives Heerespersonal 2035, die mehr als ein Verdoppelung ausmachen würde. Für mein Verständnis würde die halt alles das umfassen, was in dem Zeitraum hinzu komme sol

Mit einer festgelegten Obergrenze von 260000 Soldaten und einer derzeitigen Stärke der anderen OrgB von fast 120000 und weiterer Bereiche die ebenfalls noch mal mindestens 10000 Soldaten umfassen geht die Rechnung schon nicht auf. Jede neue Einheit im Heer bedeutet aber das im unterstützungsbereich zumindest Sanität , fernmelde und Logistik ebenfalls anteilmäßig mit aufwachsen müssen . Die Obergrenze wurde nun mal gesetzt .
Die hat man ja auch nicht einfach sich ausgedacht . Vor allem die Finanzierung spielt da eine Rolle.
Rein zahlenmäßig müsste man mindestens die Marine auflösen wenn man die festgelegte Obergrenze einhalten will und das Heer auf die 151000 Soldaten bringen will. Wie sich die Stärke dann innerhalb des Heeres verteilt spielt dabei erst mal keine Rolle.


Zitat:Die Ausbildungskompanien der 6 Heimatschutzregimenter bilden innerhalb von 6 Monaten Rekruten zu Soldaten der Heimatschutztruppe aus. Bei zwei Ausbildungsgängen pro Jahr wäre rechnerisch ein Gewinn von bis zu 12 Kompanien ausgebildeten Heimatschützern als Reserve pro Jahr möglich. Faktisch wird die derzeitige Zahl aufgrund von Ausbildungskapazitäten und Abbrecherquote geringer ausfallen.

Wer nach denn 6 Monaten Wehrdienst eine Ausbildung oder Studium beginnt kann sich freiwillig beordern lassen , muss aber nicht .das gleiche gilt für SaZ kurz und SaZ . Was macht aber der größte Teil der wehrpflichtigen ?
Da für längerdienende der Berufsförderungsdienst in vollzeit nur noch nach ableistung der verpflichtungszeit möglich ist gehen die ebenfalls in Berufsausbildung oder Studium zu großen Teilen. Also wenn man 50% als grundbeorderte einplanen kann wird das eher wahrscheinlich . Die beorderungszeit beträgt auch bloß 6 Jahre . Dazu kommt noch das man nur beordern kann wer auch die 6 Monate Ausbildung beendet.
Dazu kommt das die heimatschutzrgt selber überhaupt nichts ausbilden können , sondern von abstellungen der aktiven Truppe abhängig sind, welche ja auch das Personal stellt in den Ausbildungskp außerhalb des Heimatschutzes.


RE: Das deutsche Heer - Broensen - 05.05.2026

(05.05.2026, 19:22)alphall31 schrieb: Mit einer festgelegten Obergrenze von 260000 Soldaten
Achso, du gehst also davon aus, dass die 151k beim Heer und die 260k insgesamt in der selben Realität bestehen.... Tongue
Das meine ich ja gerade: Diese beiden Zahlen müssen nicht zusammenpassen. Es wird von einem Bedarf des Heeres von 151k gesprochen. D.h. ja nicht, dass die Annahmen, die zu dieser Zahl geführt haben, die gleichen sind wie die, aufgrund derer man die 260k definiert hat.
Zitat:und einer derzeitigen Stärke der anderen OrgB von fast 120000 und weiterer Bereiche die ebenfalls noch mal mindestens 10000 Soldaten umfassen geht die Rechnung schon nicht auf. Jede neue Einheit im Heer bedeutet aber das im unterstützungsbereich zumindest Sanität , fernmelde und Logistik ebenfalls anteilmäßig mit aufwachsen müssen .
Fragt sich aber auch, ob in dieser Struktur ggf. schon vorgesehen ist, weitere Teile aus dem Unterstützungsbereich ins Heer zu holen, z.B. in die Korpstruppendivision.
Zitat:Die Obergrenze wurde nun mal gesetzt .
Die hat man ja auch nicht einfach sich ausgedacht . Vor allem die Finanzierung spielt da eine Rolle.
Ich denke, die wird von dir da überbewertet. MMn kann es auch sein, dass die 260k später nochmal an die konkreten Planungen angepasst werden. Entstanden ist die Zahl doch auch primär im Kontext der Wehrdienst-Überlegungen und nicht aufgrund einer ernsthaften Streitkräfte-Bedarfsplanung.

Und ich wüsste auch gar nicht, dass die als feste Obergrenze definiert wäre. MWn ist das eine Zielgröße. Die Finanzierung wird ja ohnehin erst mit den jeweiligen Haushalten festgeschrieben.
Zitat:Die angestrebte Truppenstärke von 460.000 regulären Soldaten und Reservisten stellt aus Sicht von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) keine Obergrenze dar. Diese Marke sei »kein Deckel«, sondern »die Richtung, in die wir gehen«, die bei veränderten Bedarfen oder einer verschärften Bedrohungslage auch überschritten werden könne, sagte der SPD-Politiker
(ZEITonline vom 22.04.26)

Ich bin immer wieder überrascht, wie überzeugt du davon bist, bei deinem Arbeitgeber wüsste die rechte, was die linke tut. Wink


RE: Das deutsche Heer - Feyerabend - 06.05.2026

Die Aufgaben des Heimatschutz sind doch klar definiert:

Schutz kritischer Infrastruktur
Katastrophenhilfe
Absicherung der Logistik

Der Divisionsstab sitzt in der Julius-Leber-Kaserne, zusammen mit dem Wachbattalion, dem Operativen Führungskommando BW und dem Landeskommando Berlin.
Die Regimenter werden ihre Aufträge direkt vom Führungkommando BW (welches ein sehr umfangreiches Lagebild erstellen kann) erhalten, der Divisionstab (vermutlich ein sehr kleiner Stab), agiert hier als Verteiler.

Sollen die selbsständigen HS Kompaniern völlig blind irgendwelche Kritis bewachen?

Über die Sinnhaftigkeit eines zweiten Divisionstabes, kann man urteilen wenn man genaueres darüber weiß.

(04.05.2026, 21:26)Quintus Fabius schrieb: Was genau ist die Rolle des BW / KdH Land Component Comand (LCC) - immerhin mit einem Korpszeichen versehen ?!

Ich interpretiere das als nationalen Plan B.
Falls die geplanten mulitnationalen Nato Korps aus politischen Gründen scheitern, haben wir die Möglichkeit ein nationales Korps aufzustellen.
Natürlich kann man kritisieren das wir Stäbe für 4 (oder mehr?) Korps aufstellen und personell bestücken müssen.
Die gezeigte Struktur drückt die Hoffnung auf eine funktionierende Nato aus, mit dem Hintergedanke eines möglichen Scheiterns.

Ansonsten halte ich die Kästchenkunde für überbewertet. Auch die heilige Heeresstruktur V hätte im Kriegsfall nicht funktioniert. Die Verluste wären so groß gewesen das schon nach wenigen Wochen Divisionen nur noch Kompaniestärke hätten und das Territorialheer und die aktive Trupppe sehr schnell Mischverbände hätten aufstellen müssen.
Aktuell wissen wir nicht wie Russland angreifen wird. Gerade für hybride Lagen halte ich eine Struktur, welche Auftragesspezifiche Verbände unterhalb der Divisionsebene aufstellen kann, für besser geeignet als fest verplante Panzerkorps.


RE: Das deutsche Heer - alphall31 - 06.05.2026

Zitat:Ich bin immer wieder überrascht, wie überzeugt du davon bist, bei deinem Arbeitgeber wüsste die rechte, was die linke tut. Wink

Natürlich gibt es einen Deckel , dieser wurde von der Koalition Festgelegt mit 270000 Soldaten , die 260000 hat der Ibuk ja selber beschlossen . Das Heer hat halt die letzten vier Jahre gepennt , in der Zeit haben die anderen OrgB umstrukturiert und die dazugehörigen Beschaffungen ins Rollen gebracht. Wo das Personal da letztendlich eingeplant wird .


RE: Das deutsche Heer - Broensen - 06.05.2026

(06.05.2026, 13:34)alphall31 schrieb: Natürlich gibt es einen Deckel , dieser wurde von der Koalition Festgelegt mit 270000 Soldaten , die 260000 hat der Ibuk ja selber beschlossen .
Und was hindert BW/BMVg/Parlament daran, in ein, zwei oder acht Jahren einen neuen Deckel festzulegen, wenn man feststellt, dass der zuvor beschlossene nicht genügt?
Für mich kann das kein Argument dafür sein, dass die Einschätzung, das Heer sehe einen Bedarf von 151k aktiven Soldaten, falsch sein müsste o.ä. Ich sehe das einfach als einen anderen Planungsstand an, der eben nicht mit dem übereinstimmt, der zu den 260/270k geführt hat. Aber das ist doch alles dynamisch und kann sich von Legislatur zu Legislatur und sogar von Haushalt zu Haushalt ständig wieder ändern.


RE: Das deutsche Heer - alphall31 - 06.05.2026

Es geht aber darum jetzt eine Struktur auf den Weg zu bringen und nicht in drei , vier oder acht Jahren . Wenn man meint man muss diese in ein paar Jahren wieder ändern , bitte . Das spielt für den 2022 gegebenen Auftrag überhaupt keine Rolle. Und im Jahr 2022 hat man sich nun mal geeinigt das wir uns 260/270000 aktive und 2000000 Reserve DP leisten können . Der Aufwuchs des Wehrdienstes kostet nun mal . Alleine für die Miete der bisher geplanten provisorischen Unterkünfte werden in den nächsten Jahren fast 50 Milliarden fällig .
Hätte man damals im Jahr 2022 schon gewusst das die Unterstützung der Ukraine ebenfalls aus dem Verteidigungsetat bezahlt werden soll , hätte die Zahl wohl die 240000 nicht überschritten. Und die Brig 45 sollte als warnendes Beispiel genügen wenn die finanzielle Hinterlegung fehlt. Auf den Etat haben Soldaten nun mal keinen Einfluss , wenn die Schere zwischen Auftrag und Mittel zu groß wird ist es unsere Verantwortung darauf hinzuweisen. Ebenfalls in der Verantwortung der Soldaten ist was man aus den zur Verfügung stehenden Mitteln macht

[php]Für mich kann das kein Argument dafür sein, dass die Einschätzung, das Heer sehe einen Bedarf von 151k aktiven Soldaten, falsch sein müsste o.ä. Ich sehe das einfach als einen anderen Planungsstand an, der eben nicht mit dem übereinstimmt, der zu den 260/270k geführt hat. Aber das ist doch alles dynamisch und kann sich von Legislatur zu Legislatur und sogar von Haushalt zu Haushalt ständig wieder ändern.[/php]

Zum Zeitpunkt der Entscheidung für die Stationierung der Brig 45 war die finanzplanung bis 2027 schon durch . Da ist überhaupt nichts dynamisch oder ändert sich groß. Derzeit ist man bei der Planung für 2030.


RE: Das deutsche Heer - Broensen - 06.05.2026

(06.05.2026, 18:32)alphall31 schrieb: Es geht aber darum jetzt eine Struktur auf den Weg zu bringen und nicht in drei , vier oder acht Jahren ... im Jahr 2022 hat man sich nun mal geeinigt das wir uns 260/270000 aktive und 2000000 Reserve DP leisten können . ... Auf den Etat haben Soldaten nun mal keinen Einfluss , wenn die Schere zwischen Auftrag und Mittel zu groß wird ist es unsere Verantwortung darauf hinzuweisen.
Genau das tut man doch mit dieser Struktur. Das ist ja anscheinend die Vorstellung des Heeres, was es bräuchte, um dem politisch gestellten Anspruch zu entsprechen. Wenn sich daraus eine größerer Finanz- und Personalbedarf ergibt als von BW/BMVg bisher vorgesehen, dann heißt das in der Konsequenz entweder, dass BW/BMVg ihre Zahlen nach oben anpassen und das dem Parlament vermitteln müssen, oder dass diese ihre an das Heer gestellten Ansprüche korrigieren müssen.

Für mich sind die 151k des Heeres und die 260k der BW die Ausgangspunkte für eine erforderliche Kompromissfindung.
Zitat:Zum Zeitpunkt der Entscheidung für die Stationierung der Brig 45 war die finanzplanung bis 2027 schon durch . Da ist überhaupt nichts dynamisch oder ändert sich groß. Derzeit ist man bei der Planung für 2030.
Man muss zwar diese Planungen frühzeitig vornehmen, das ist klar. D.h. aber nicht, dass sie danach nicht mehr veränderbar wären, wenn der politische Wille vorhanden sein sollte. Die letzte Entscheidung trifft das Parlament mit dem Bundeshaushalt.


Letztendlich ist das natürlich alles Makulatur, weil wir weder 260k aktive insgesamt, noch derer 151k im Heer bis 2035 erreichen werden. Die Strukturplanung des Heeres sagt dementsprechend primär etwas darüber aus, ob sich der Personalmangel in unterbesetzten oder in nicht existierenden Truppenteilen manifestieren wird.