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Normale Version: Argentinischer Kampfpanzer TAM
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Mit zunehmender - globaler - Unsicherheit und steigender Kriegsgefahr werden auch scheinbare "Exoten" unter den Waffensystemen wieder interessant. "Scheinbar", weil etwa geringeres Gewicht und andere Vorteile einen Waffensystem durchaus mehr Nachfrage bescheren könnten, als die ausgefeilten und teuren HighTech-Entwicklungen der renommierten Hersteller.
Ein solches System ist der argentinische Kampfpanzer TAM. Und es ist für mich nicht überraschend, dass in den Medien plötzlich Berichte zu diesem alten Schlachtross auftauchen:
Deutscher Panzer als Vorbild: So entstand Argentiniens Kampfpanzer TAM
[Bild: AA1Upf9g.img?w=800&h=435&q=60&m=2&f=jpg]
Zitat: Argentiniens Mittelkampfpanzer TAM trägt deutsche DNA in sich. Er wurde in den 1970er-Jahren als Gemeinschaftsprojekt mit der Bundesrepublik entwickelt und die Kanone hat ein Design von Rheinmetall. Die Prototypen entstanden in Deutschland, der Panzer selbst basiert auf dem Marder. Inzwischen zählt der TAM zu den bekanntesten Eigenentwicklungen Lateinamerikas. Wie genau das deutsch-argentinische Projekt ablief? Wir liefern die Details in der Galerie.

Der TAM wurde in den 1970er-Jahren gemeinsam mit Thyssen-Henschel in Deutschland auf den Weg gebracht. Drei Prototypen wurden dort gefertigt und dort getestet. Anschließend wurden sie nach Argentinien verschifft, wo sie weiter erprobt wurden. Grundlage war das bewährte Marder-Fahrgestell – leicht, wendig, modular.
Ab 1979 begann die Produktion im neuen TAMSE-Werk nahe Buenos Aires. Die ersten Einheiten liefen 1980 an, und bis 1983 entstanden rund 150 Panzer. Später folgten weitere Serien bis Mitte der 1990er.
... Anfangs wurden Komponenten importiert, später waren über 70 Prozent der Teile argentinisch gefertigt – inklusive Panzerplatten, Getriebe oder Zieloptik.
Der TAM wird von einer vierköpfigen Crew bedient: Kommandant, Fahrer, Richtschütze und Ladeschütze. Die Konfiguration gilt als klassisch, aber effizient in den argentinischen Einsatzbedingungen.
Mit etwa 6,78 Metern Länge, 3,12 Metern Breite und 2,42 Metern Höhe wiegt der TAM rund 30 Tonnen. Er bleibt bewusst leicht – eine Entscheidung zugunsten der Mobilität.
Der MTU-MB 833 Ka-500-Dieselmotor leistet 720 PS (559 kW) und ermöglicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 75 km/h. Die Reichweite liegt bei rund 550 km – für südamerikanisches Terrain optimiert.
Ausgestattet ist der TAM mit einer 105-Millimeter-Hauptkanone, die auf dem international bewährten L7A2-Design von Rheinmetall basiert. Diese Kanone ist vielseitig einsetzbar - etwa gegen gepanzerte Ziele auf mittlere bis größere Distanzen. Ergänzt wird die Hauptwaffe durch zwei Maschinengewehre im Kaliber 7,62 mm. Der Panzer kann bis zu 50 Granaten für die Hauptkanone mitführen, darunter panzerbrechende und hochexplosive Munitionstypen.
Die Rheinmetall L7 ... gilt als eine der erfolgreichsten Panzerkanonen der Nachkriegszeit. Die im TAM verbaute FM K.4 Modelo 1L ist eine argentinische Nachbauversion, lokal gefertigt unter Verwendung des deutschen Designs. Es handelt sich also nicht um ein importiertes Originalteil aus Deutschland, sondern um eine lizenzierte Eigenfertigung auf Rheinmetall-Basis.
Insgesamt wurden über 280 Fahrzeuge des TAM produziert. Dazu zählen reine Kampfpanzer und Schützenpanzer-Versionen. Export gelang nie – Peru sagte ab und Argentinien übernahm die zunächst georderten Fahrzeuge.
Der TAM ist extrem flach gebaut – mit nur 2,4 Metern Höhe. Das entstand aus dem Konzept, einem Panzer möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten – ideal für Patagonien oder Andenpässe. (Quellen: tanks-encyclopedia.com, Wikipedia, tank-afv.com)
den Fachleuten hier ist das sicher schon alles bekannt. Aber ich erwarte, dass wir in den nächsten Jahren wieder etwas vom TAM hören werden.
Und da erscheint es mir sinnvoll, als Eingangsposting die grundlegenden "Quartett-Daten" des Systems einmal einzustellen.