„HeiligerHai“ schrieb:Da gibt es nichts, was annähernd so leistungsfähig ist wie Tomahawk und in einem vergleichbaren Zeitraum in relevanter Quantität geliefert werden könnte.
MdCN ist eine ganze Ecke schlechter und ansonsten wars das.
Interessant wie du schon bevor ein Effektor überhaupt in Serie gegangen ist sagen kannst, dass dieser nicht in ausreichender Quantität geliefert werden kann und den ach so hohen Anforderungen der Bundeswehr ohnehin nicht genügen.
Leider kollidiert diese (zugegeben stark verbreitete) Auffassung ein wenig mit der Realität, denn nach aktuellen Plänen soll Chorus einen 150kg größeren Gefechtskopf 500km weiter tragen können als Tomahawk. Und selbst wenn man den angepeilten Output von 600x Lfk/Monat nicht für bare Münze nimmt (die ich persönlich auch ein wenig zu hoch gegriffen einordnen würde), würden selbst bei nur 300x Exemplaren monatlich die 2-3 fachen Stückzahlen von Tomahawk
im Jahr hergestellt werden. Im März diesen Jahres lag die Prosuktionsrate von Tomahawk bei 7,5 Lfk/Monat, just saying.
https://www.armyrecognition.com/news/aer...e_vignette
https://nationalinterest.org/blog/buzz/i...-hk-031526
Dass man sich um Produktionskapazitäten sorgt ist ja löblich, ignoriert nur den Umstand dass die Produktionsraten von amerikanischen Effektoren wie LACM oder der SM-Familie häufig niedrig sind, als die der europäischen Äquivalente.
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„Broensen“ schrieb:Die Nachricht an sich würde ich eher positiv bewerten, weil sie bedeutet, dass man eine Entscheidung herbeiführen will. Das kann auch bedeuten, dass man abwägt, Alternativen zu prüfen. Da es primär darum gehen wird, einen möglichst zeitnahen Zulauf zu erreichen, ist die fehlende Antwort aus Washington ein Problem dadurch, dass sich ein möglicher Kauf und damit die Lieferung immer weiter nach hinten verschiebt.
Das mag aus unserer Sicht so stimmen, aber ich fürchte, dass das niemand sonst so sieht. Wir haben schon vor Monaten die Information erhalten, dass BMVg und Bundeswehr im Pentagon wortwörtlich im Anrufbeantworter hängen bleiben. Das wurde von General Freuding schon im Dezember 2025 so kommuniziert, nachdem es schon Wochen zuvor zur Funkstille gekommen war.
https://www.focus.de/politik/deutschland...3edcb.html
Seitdem wird man von Seiten der Bundeswehr, des BMVg und des Kanzleramts gewiss zahlreich versucht haben, den regelmäßigen Kontakt zum Pentagon aufrechtzuerhalten. Offensichtlich ja erfolglos, andernfalls wurde man nicht davon sprechen, dass Anfragen über Tomahawk und Typhoon regelrecht mit ghosting beantwortet werden würden. Und nun möchte Pistorius den US-Verteidigungsminister persönlich konsultieren, wie eine Versöhnungsmaßnahme in einer disfunktionalen Ehe bei der man sich persönlich sehen muss damit keiner von beiden wegläuft, um doch nochmal freundlich zu fragen.
Mit so einer Handlung gewinnt man nichts, man verliert nur. Vor allem Ansehen beim Ehepartner, da man ja anscheinend bereit ist auch nach Monaten des defacto ghostings auf Händen und Füßen zu erscheinend, dass man doch bitte mit einem reden solle. Nicht nur, dass das hochgradig peinlich und meiner Auffassung nach selbst einer Regierung Merz unwürdig ist, nein es nährt auch weiter das Bild, dass das US-Kabinett ohnehin schon von uns hat. Wie soll dass denn enden, wenn wir auf jeden außenpolitischen Mittelfinger mit weiterer Unterwürfigkeit reagieren und getreu dem Motto „dürfen wir dann bitte selber diese Fähigkeit stellen?“ weiter brav bei Papa anfragen? Mit der Verhandlungsgrundlage möchte ich im Konfliktfall keine weitere Patriot-Munition anfragen müssen, man kommt quasi nackt dort an.
Und nicht nur, dass man sich die Blöße gibt soweit zu gehen, anscheinend setzt man noch so große Hoffnungen in Kontaktaufnahmeversuch Nr.253, dass man, wie sollte es auch anders sein, natürlich nicht über Alternativen nachdenkt oder mal mit Hochdruck eine vorsorgliche Alternativbeschaffung anstrebt. Wäre ja nicht so als wenn man ein „Trumpfmittel“ für den eigenen Standpunkt in solchen Verhandlungen nicht auch mal gebrauchen könnte, anstatt immer nur bedröppelt zu gucken wenn man genauso blank ging wie man kam.