Die Armee ist auf der Suche nach einer Drohne, um ihre Truppen an der Front zu versorgen
OPEX360 (französisch)]
von Laurent Lagneau · 26. Januar 2026
![[Bild: cav-20260126.jpg]](https://www.opex360.com/wp-content/uploads/cav-20260126.jpg)
Seit fast fünf Jahren prüfen die US Navy, die französische Marine und die Royal Navy die Möglichkeit, Flugdrohnen für die Lieferung von Paketen unter 25 kg [mechanische Teile, medizinische Produkte, elektronische Bauteile usw.] an ihre Schiffe auf See einzusetzen. Damit soll das Potenzial der derzeit für diese Aufgabe eingesetzten Hubschrauber geschont werden.
Aber auch die Landstreitkräfte sind an einer solchen Kapazität interessiert, wie die Aufforderung zur Interessenbekundung [AMI] „FS62 – Drone cargo” zeigt, die gerade vom Zentrum für technische Innovation im Verteidigungsbereich IDEA³ der Generaldirektion für Rüstung [DGA TA] veröffentlicht wurde.
Im vergangenen Jahr hatte IDEA³ ein Projekt zur Entwicklung eines Logistikgleiters gestartet, der aus einem Transportflugzeug abgeworfen werden kann und mit einer Ladung von 700 kg „autonom” fliegen soll.
Damit sollte einem Bedarf der Armee entsprochen werden, die nach einer Alternative zu Straßenkonvois und Luftlieferungen (LPA) suchte, um ihre hinter den feindlichen Linien oder in umkämpften Gebieten stationierten Truppen zu versorgen.
Ein solches Manöver ist immer riskant. Ein Lkw-Konvoi kann angegriffen werden oder in die Hände des Feindes fallen. Und um Fracht durch Schwerkraft abzuwerfen, muss ein Transportflugzeug in geringer Höhe [125 Meter] fliegen und leicht nach oben geneigt sein, um die in seinem Laderaum befindlichen Pakete abzuwerfen, was es verwundbar macht.
Das Projekt FS62 zielt daher darauf ab, die Versorgungsmöglichkeiten der Streitkräfte auf dem Schlachtfeld zu „diversifizieren”, indem eine Frachtdrohne zum Transport von Munition, Lebensmitteln, mechanischen Teilen und medizinischem Material in einem „Umkreis von 25 km um die Front oder bei einem Einsatz in der Tiefe” eingesetzt wird.
Diese Frachtdrohne, die nach dem MAV-LINK-Verbindungsprotokoll funktioniert, muss in der Lage sein, von einem Logistikpunkt aus zu starten, 50 km autonom zurückzulegen, sowohl bei Tag als auch bei Nacht, eine Last von 50 kg zu transportieren und auf einem kleinen Gelände [idealerweise 5 mal 10 Meter] zu landen. Nach dem Entladen soll sie schließlich zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren.
Um das Risiko einer Abfangung zu verringern, muss die Maschine außerdem in sehr geringer Höhe [zwischen 30 und 50 m] fliegen und gleichzeitig gegen elektronische Störungen resistent sein. Der Cluster IDEA³ möchte, dass es leicht programmierbar ist und von zwei oder drei Soldaten schnell eingesetzt werden kann. Eine weitere Anforderung: Die Koordinaten des Logistikpunkts und des Landeplatzes dürfen nicht abrufbar sein, was bedeutet, dass es im Bedarfsfall selbst zerstörbar sein muss. Schließlich muss ein Lkw vom Typ GBC180 [NdÜ: In Zukunft Zetros by Aarqus] drei Exemplare transportieren können.
Was den Preis angeht, gibt die AMI eine Preisspanne zwischen 50.000 und 150.000 Euro an.
Industrieunternehmen, die an diesem Projekt interessiert sind, haben bis zum 27. März Zeit, sich beim IDEA³-Cluster zu melden.
Allerdings sind bereits Logistikdrohnen auf dem Markt. Ihre Leistungsfähigkeit entspricht jedoch nicht genau den Anforderungen der Armee. Dies ist beispielsweise der Fall bei der „Grille”, die vom deutschen Unternehmen Avilus angeboten wird und dank ihres Elektromotors 175 kg Fracht über eine Entfernung von 51 km mit einer Geschwindigkeit von 47 Knoten [86 km/h] transportieren kann. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie auch für medizinische Evakuierungen eingesetzt werden kann.
Oder auch das CAV [Cargo Air Vehicle] von Boeing.
Foto: CAV von Boeing