Forum-Sicherheitspolitik

Normale Version: Kernwaffenpotenzial der Vereinigten Staaten
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So oder so ähnlich scheint der neue Leitspruch zu lauten.

Die USA beschließen Geld in die Entwicklung neuer kleiner Kernwaffen zu stecken und denken dabei sogar darüber nach aus dem Atomtest-Stop-Abkommen auszutreten.
Frankreich arbeitet ebenfalls an einer neuen Doktrin für den Einsatz von Atomwaffen und man scheint auch dort gewillt zu sein Mittel für die Entwicklung neuer Kernwaffen ausgeben zu wollen.

In anbetracht dessen erscheint es einem wie Hohn, wenn bei anderen Staaten peinlichst darauf geachtet wird, daß sie keine Kernwaffen entwickeln (siehe Iran und Nordkorea).
Azrail's Artikel vom Spiegel:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,273394,00.html">http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 94,00.html</a><!-- m -->

Zitat:Forscher entwerfen Bushs nukleare Sense

Von Markus Becker

US-Waffentechniker haben erstmals in einem nicht-geheimen Dokument die Anforderungen an eine neue Generation von Atombomben formuliert. Die "Mini-Nukes" sollen präzise und flexibel sein, relativ wenig Menschen töten - und Nuklearwaffen zu einem Teil der "normalen" Kriegführung machen. (...)
bessere Infos bei:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.fas.org/faspir/2001/v54n1/weapons.htm">http://www.fas.org/faspir/2001/v54n1/weapons.htm</a><!-- m -->

Zitat:Despite the global sense of relief and hope that the nuclear arms race ended with the Cold War, an increasingly vocal group of politicians, military officials and leaders of America's nuclear weapon laboratories are urging the US to develop a new generation of precision low-yield nuclear weapons. Rather than deterring warfare with another nuclear power, however, they suggest these weapons could be used in conventional conflicts with third-world nations.

Critics argue that adding low-yield warheads to the world's nuclear inventory simply makes their eventual use more likely. In fact, a 1994 law currently prohibits the nuclear laboratories from undertaking research and development that could lead to a precision nuclear weapon of less than 5 kilotons (KT), because "low-yield nuclear weapons blur the distinction between nuclear and conventional war." (...)
Guardian vom February 19, 2003

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.guardian.co.uk/usa/story/0,12271,898550,00.html">http://www.guardian.co.uk/usa/story/0,1 ... 50,00.html</a><!-- m -->

Zitat:US plan for new nuclear arsenal

Secret talks may lead to breaking treaties

Julian Borger in Washington
Wednesday February 19, 2003
The Guardian

The Bush administration is planning a secret meeting in August to discuss the construction of a new generation of nuclear weapons, including "mini-nukes", "bunker-busters" and neutron bombs designed to destroy chemical or biological agents, according to a leaked Pentagon document.
The meeting of senior military officials and US nuclear scientists at the Omaha headquarters of the US Strategic Command would also decide whether to restart nuclear testing and how to convince the American public that the new weapons are necessary. (...)
So eine offizielle Quelle zu Bewilligung von Mitteln für Studien
<!-- m --><a class="postlink" href="http://usinfo.state.gov/topical/pol/arms/03052301.htm">http://usinfo.state.gov/topical/pol/arms/03052301.htm</a><!-- m -->

Zitat:22 May 2003


Congress Agrees to Let Pentagon Study Low-Yield Nuclear Weapons
Congressional Report: Congress passes 2004 defense budget

By Merle D. Kellerhals, Jr.
Washington File Staff Writer

Washington -- The U.S. Congress passed the $400.5 billion fiscal 2004 defense authorization bill that includes a provision authorizing research on two new types of nuclear weapons -- small, low-yield nuclear weapons of less than 5 kilotons, and earth-penetrating nuclear bombs that could destroy underground enemy facilities.

However, the nuclear weapons research provision in the budget authorization does not provide funding for development or production of either type of nuclear weapon system. The measure also includes a proviso that requires President Bush to seek congressional authority before ordering full-scale development of the new generation of battlefield nuclear weapons. (...)
Artikel der von Popeye gepostet wurde

<!-- m --><a class="postlink" href="http://derstandard.at/?id=1463892">http://derstandard.at/?id=1463892</a><!-- m -->

Zitat:Frankreich: Atomwaffen gegen "Schurkenstaaten"

Chirac überarbeitet laut "Liberation" Militärdoktrin - Von Abschreckung zu Angriff - Auf der Wunschliste: "Mini-Nukes" für gezielte Zerstörungen

Paris - Frankreich überarbeitet nach Informationen der Pariser Tageszeitung "Liberation" seine Militärdoktrin und richtet das Atomwaffen-Arsenal auf so genannte "Schurkenstaaten" aus. (...)
Naja scheint mir mal wieder ein Fall von "westlicher Doppelmoral" zu sein, wobei jetzt dies natürlich nicht nur typisch westlich ist, denn der, der die Macht hat, definiert immer gern für die anderen was richtig und was falsch sei.

Aber auf jeden fall geht diese sache in eine ungute richtung, da ja bis jetzt eine allgemeine moralische abneigung Atomwaffen jemals nochmals einzusetzen.Aber moralische Vorstellungen unterliegen dem Wandel dummerweise und jetzt kommt man mit den Mininukes auch dazu Atomwaffen in das Arsenal des konventionellen krieges einzupassen.
Confusedtaun:

Aber wer definiert denn schon, was nun wirklich eine Mininuke ist und wie viel möglicherweise getötete menschen denn wenige seien. Natürlich kann man schnell mit Zahlen da kommen und auch zuerst mögen sie gelten; aber wir haben die Büchse der Pandora mit Hiroshima und Nagasaki geöffnet; bis jetzt hielten wir sie im Konsens geschlossen.
Es ist kollektiver Selbstmord wenn man nun ernsthaft erwägt Atomwaffen einzusetzen, da sich auch die Einschätzungen zu den Größeneinteilungen ändern können und irgendwann ist dann der Atomwaffeneinsatz als solcher fester Bestandteil der konventionellen Kriegführung; nein diesen Weg sollte man nicht beschreiten, da sicher nicht nur USA und Fr diese waffen entwickeln werden und mit dem einsatz drohen werden.

So geht es nur um so schneller in den Untergang!:misstrauisch::evil::motz:
so noch paar Links

IAEA chief ElBaradei slams U.S. "mini nuke" plans

<!-- m --><a class="postlink" href="http://in.news.yahoo.com/030924/137/2804o.html">http://in.news.yahoo.com/030924/137/2804o.html</a><!-- m -->

Zitat:VIENNA (Reuters) - The head of the U.N. nuclear watchdog sharply criticised Washington's planned research into a new type of small nuclear bomb, saying on Wednesday it would send the wrong signal to states considering atomic weapons.

"I had strong reservations, to say the least, when I read that there are plans to research small nukes," International Atomic Energy Agency (IAEA) chief Mohamed ElBaradei told U.S. National Public Radio. (...)
The Threat of Low-Yield Earth-Penetrating Nuclear Weapons to Civilian Populations: Nuclear “Bunker Busters” and Their Medical Consequences

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ippnw.org/NukeEPWsFull.html">http://www.ippnw.org/NukeEPWsFull.html</a><!-- m -->

Zitat:Introduction

The imminence of “pre-emptive” war against Iraq has raised concerns about the weapons that may be used to destroy underground command centers and alleged underground storage sites for chemical and biological weapons.1 Such sites may be deeply buried and “hardened,” protected by large amounts of steel-reinforced concrete designed to withstand the effects of aerial bombardment with conventional weapons. Earth-penetrating weapons – EPWs or “bunker busters” – are designed to hit the earth at high speed and to penetrate into the ground before exploding. Earth penetration increases the damage done to underground targets by "coupling" the energy of the explosion to the ground. (...)
und falls es einer auf Deutsch lesen will gibts als PDF und zwar hier: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ippnw.de/frieden/irak/bunkerbuster.pdf">http://www.ippnw.de/frieden/irak/bunkerbuster.pdf</a><!-- m -->
Ach die Sache mit den Mini Nukes ist doch hanebüchener Unsinn. Selbst bei solchen kleinen Nuklearwaffen wäre die Umgebung verstrahlt und der "Kollateralschaden" enorm. Solche Waffen wird nie irgend jemand einsetzen, in einem Konflikt der nicht mit Massenvernichtungswaffen geführt wird.
Ebenso unsinnig ist die Unterscheidung von taktischen und strategischen Waffen. Kernwaffen sind politische Waffen, der Einsatz wird immer von politischen und nicht militärischen Gesichtspunkten bestimmt sein.
@bastian
Zitat:Ebenso unsinnig ist die Unterscheidung von taktischen und strategischen Waffen. Kernwaffen sind politische Waffen, der Einsatz wird immer von politischen und nicht militärischen Gesichtspunkten bestimmt sein.
Stimmt! Schon Mao Tse-tung hat die Atomwaffen aus diesem Grund als Papiertiger bezeichnet: Sie sind wegen der militärischen und politischen Probleme, die mit ihrem Einsatz verbunden sind, kaum einsetzbar. Tatsächlich scheint bei mehr als genug Staaten, die sich Atomwaffen beschafft haben, auch Prestige eine wichtige Rolle gespielt zu haben.
Wenn du USA und Frankreich meinen, sie müßten sich unbedingt neue Atomwaffen beschaffen, sollten sie akzeptieren, daß andere Staaten sich bedroht fühlen und entsprechend aufrüsten - gegebenenfalls mit eigenen Atomwaffen, wie Nordkorea.
Insgesamt scheint die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen zunehmend zu sinken, und ich frage mich, ob die französische Regierung und die US-Regierung bei ihren Ideen bezüglich neuer Atomwaffen sich noch auf dem Boden der Realität befinden.
Zitat:Tiger postete
Insgesamt scheint die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen zunehmend zu sinken, und ich frage mich, ob die französische Regierung und die US-Regierung bei ihren Ideen bezüglich neuer Atomwaffen sich noch auf dem Boden der Realität befinden.
Das mit der Hemmschwelle ist auch so eine Sache, denn ständig wird behauptet die Hemmschwelle sinke. Tatsächlich ist die Hemmschwelle erst einmal gefallen. Selbst Länder wie Indien und Pakistan haben sie trotz "akuter Bedrohungslage" noch nicht eingesetzt. Und Drohungen seitens Nordkoreas sehe ich nicht bedrohlicher als die Kubakrise 1962, zum Beispiel. Das mit der Hemmschwelle halte ich also für unsinn, denn sie kann nicht sinken. Sie kann lediglich fallen, und dass dies wahrscheinlich ist als vor vierzig Jahren, halte ich, wie gesagt, für ein Gerücht... :daumen:

PS: Mein Avatar tut nichts zur Sache Big Grin
@Bastian
Wenn ich es richtig mitbekommen habe sollen solche Atomwaffen vor allem in den Köpfen von Bunkerbustern eingesetzt werden. In diesem Fall würden Sie "weit" unter der Erdoberfläche detonieren. Die die außen dringende Strahlung währe minimalst. Schätze mal gerade dadurch wäre aber die Hemmschwelle sie einzusetzen relativ gering. Andererseits befinden sich schon seit Jahren ähnliche Waffen in den Arsenalen, nur das diese in Wasserbomben sitzen und im Ernstfall gegnerische Uboote zerstören sollten.
Zitat:Tiger postete
Stimmt! Schon Mao Tse-tung hat die Atomwaffen aus diesem Grund als Papiertiger bezeichnet: Sie sind wegen der militärischen und politischen Probleme, die mit ihrem Einsatz verbunden sind, kaum einsetzbar.
Naja die Sowjets meinten das ein Atomkrieg gewinnbar sei - und denk schon das in Zukunft sowas gewinnbar waere.

Zitat:Tatsächlich scheint bei mehr als genug Staaten, die sich Atomwaffen beschafft haben, auch Prestige eine wichtige Rolle gespielt zu haben.
Glaub ich weniger - man hat eher die lektion vom Golfkrieg 1991 gelernt - hast du Atomwaffen so fuehren die Amerikaner keinen krieg gegen dich ( denken sich zumindest die Despoten der Welt). Prestige ist in meinen Augen ein untergeordneter Faktor.
Zitat:Wenn du USA und Frankreich meinen, sie müßten sich unbedingt neue Atomwaffen beschaffen, sollten sie akzeptieren, daß andere Staaten sich bedroht fühlen und entsprechend aufrüsten - gegebenenfalls mit eigenen Atomwaffen, wie Nordkorea.
Andere Staaten wuerden sich so oder so Atomwaffen holen - das Argument das fruehr die NATO benutzt hat - konventionelle Unterlegenheit mit Atomwaffen wett zumachen bedienen sich nun auch andere Staaten.
Und bin ueberzeugt das Nordkorea und Co auch ohne die neuen Mininukes da rumbasteln wuerden - auch muss man sich vor Augen fuehren das man Proliferation langfristig nicht verhindern kann - man kann das fuer den betreffenden Staat so teuer wie moeglich mache und Zeit gewinnen - mehr nicht.

Zitat:Insgesamt scheint die Hemmschwelle für den Einsatz von Atomwaffen zunehmend zu sinken, und ich frage mich, ob die französische Regierung und die US-Regierung bei ihren Ideen bezüglich neuer Atomwaffen sich noch auf dem Boden der Realität befinden.
Ich hab keinerlei Probleme das man neue Atomwaffen entwickelt. Soweit ich weis bauen die Chinesen ihr Arsenal auch aus. Da beschwert sich wohl aber niemand...
Und derjenige der meint das eine kernwaffenfreie Welt moeglich ist ist in meinen Augen etwas naiv...
Die Buechse der Pandora ist schon lange auf und laesst sich nicht mehr schliessen.
Zitat:Wenn ich es richtig mitbekommen habe sollen solche Atomwaffen vor allem in den Köpfen von Bunkerbustern eingesetzt werden. In diesem Fall würden Sie "weit" unter der Erdoberfläche detonieren. Die die außen dringende Strahlung währe minimalst.
Da liegt eben das Problem. So wie die Bunker Buster heute beschaffen sind, dringen sie eben nicht tief genug in die Erde ein. Bei nuklearer Bestückung würde trotzdem eine große Fläche verstrahlt werden, da sie die dünne Erddecke über sich wegsprengen. Wenn das Erfolg haben soll so müßte die Technologie verbessert werden aber das ist wohl mehr als nur schwierig.
Die neue Generation von Bunkerbustern soll auch in massives Erdreich (Stein) bis zu 30 Metern tief eindringen. Die wichtigere Frage lautet allerdings was für Sprengköpfe zum Einsatz kommen sollen. Da hierbei auch Sprengköpfe mit Sprengkräft < 1kt im Gespräch sind kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Erdoberfläche nicht durchbrochen wird. Allerdings muß ich gestehen, dass ich kein Fachmann bei der Druckwirkung verschiedener Sprengköpfe und Bodenbeschaffenheiten bin. Fraglos ist allerdings, dass zumindest das betroffene Erdreich stark kontaminiert sein wird.
Da liegt das Problem Tom, der SPIEGEL schreibt, daß die Kontamination des Erdreichs gewaltig wäre und das Erdreich verteilt würde. Kontamination ist unvermeidlich. Um 30Meter Durchdringung zu schaffen, wäre ein gewaltiger Penetrator von Nöten.
Ich denke, diese Mini Nukes sind genauso wenig einsetzbar wie alle anderen Kernwaffen, die Hemmschwelle sinkt nicht. Ich denke, die Entwicklung dieser Waffen dient vor allem politischen Zwecken, Ziel ist es zu demonstrieren, daß man A-Waffen im Konfliktfall auch einsetzt, wenn es hart auf hart kommt.

Ohne vorher mit WMD angegriffen zu sein, wird kein demokratisches Land Kernwaffen als Waffe einsetzen. Konventionell sind die demokratischen A- Waffen Länder ihren Gegnern überlegen, so daß kein Bedarf für einen Erstschlag wie zu Sowjetzeiten besteht.
Die flexible response Doktrin ist meines Wissens noch zwar in Kraft, aber meiner Meinung nach nur noch Lippenbekenntnis.
Die Mini Nukes sollen wohl nur die Glaubwürdigkeit der Drohung erhöhen, sind soweit allein politische Waffen.
Ich hoffe Du hast reht:|
Das Problem welches ich bei der Entwicklung neuartiger nuklearer Waffen ist, daß andere Staaten es als Freibrief verstehen könnten sich nun selber Kernwaffen zu zulegen um sich gegen die "böse" Welt zu schützen.
Je mehr Staaten im Besitz von Atomwaffen sind, desto größer wird das Risiko, daß sie auch eingesetzt werden.
Irtum je mehr staaten welche besitzen um so geringer das risiko, den dan traut sich der eine nicht sie einzusetzten weil der andere auch welche hat.
Ist die anzahl der besitzer jedoch gering, dann brauch er auch keinen gegenschlag zu beführchten und somit blaibt ihm mehr spielraum sie einzusetzten oder es sein zu lassen.
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