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Normale Version: Welchen Nationen gehört das 21.jahrhundert??
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Ich halte das für Hokuspokus die Korruption in Zahlen ausdrücken zu wollen. Das ist einerseits Definitions- und andererseits Wahrnehmungssache.
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Zitat:06. 12. 2009
44 Prozent der Amerikaner sehen China als größte Wirtschaftsmacht an

Einer aktuellen Studie zufolge hält eine steigende Anzahl von Amerikanern China für die weltweit größte Wirtschaftsmacht. Außerdem nehmen die Amerikaner in der US-Außenpolitik einen zunehmend isolationistischen Standpunkt ein.
...
dazu auch noch ein offiziöser chinesischer Kommentar (immer interessant, wie China selbst die Welt sieht)
<!-- m --><a class="postlink" href="http://german.china.org.cn/fokus/2009-12/06/content_19016682.htm">http://german.china.org.cn/fokus/2009-1 ... 016682.htm</a><!-- m -->
Zitat:06. 12. 2009
Kommentar
Eine neue internationale Struktur nimmt allmählich Gestalt an

—Rückblick und Gedanken über die internationale Lage im Jahr 2009

von Wu Jianmin

Das Jahr 2009 wird bald vorüber sein. Beim Rückblick auf die Entwicklung der internationalen Lage in diesem Jahr glaube ich, dass das charakteristischste Merkmal ist, dass eine neue internationale Struktur allmählich Gestalt angenommen hat.


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Die G20-Gipfel, die am 2. April in London beziehungsweise am 24. September in Pittsburgh stattfanden, standen im Brennpunkt des allgemeinen Interesses. Die Weltöffentlichkeit bemerkte, dass die USA und China vor den beiden Gipfeln intensive Konsultationen geführt hatten. Die Ansichten der beiden Länder haben tatsächlich für die Vereinbarungen der G20-Gipfel eine Grundlage geschaffen. Die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen bildet eine Bedrohung für den Weltfrieden. Nordkorea führte am 25. Mai dieses Jahres den zweiten unterirdischen Atomtest durch, was scharfe Kritik der internationalen Gemeinschaft weckte. Am 12. Juni nahm der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig die Resolution 1874 an, die Nordkorea "die schärfste Verurteilung" zum Ausdruck brachte und zu Sanktionen gegen Nordkorea aufforderte. Die Weltöffentlichkeit beobachtete auch, dass die USA und China bei der Bildung dieser Resolution eine entscheidende Rolle spielten.

Vom 7. bis zum 18. Dezember findet der Klimagipfel in Kopenhagen statt. Dies ist wahrscheinlich die wichtigste multilaterale Konferenz im neuen Jahrhundert. Vor der Sitzung haben die USA und China auch intensive Konsultationen geführt. Man kann sich vorstellen, dass Konsense, die von den beiden Ländern erreicht werden, ebenfalls einen wichtigen Einfluss auf die Ergebnisse der Konferenz haben werden.
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Der Schwerpunkt der internationalen Beziehungen wird momentan vom Atlantik auf den Pazifik verlagert, was wahrscheinlich die größte Veränderung in den internationalen Beziehungen in den letzten 400 Jahren ist. Obwohl dieser Verlagerungsprozess bei weitem nicht beendet ist, markiert das Jahr 2009 jedoch, dass der asiatisch-pazifische Raum in einer neuen globalen Struktur von entscheidender Bedeutung ist.
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Die derzeitige schwere Finanzkrise treibt den Aufbau der Ostasiatischen Gemeinschaft voran. Am 1. Januar 2010 soll das Freihandelsabkommen zwischen China und den zehn ASEAN-Ländern offiziell in Kraft treten. In den Jahren 2010 und 2012 sollen die Vereinbarungen zwischen der ASEAN und Südkorea beziehungsweise Japan über die Freihandelszonen wirksam werden. Dies ist zweifellos ein wichtiger Motor für den Aufbau der Ostasiatischen Gemeinschaft.
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Obwohl sich die EU aus 27 Ländern zusammensetzt, geben die Europäer zu, dass sie weder eine gemeinsame Außenpolitik noch eine gemeinsame Verteidigungspolitik haben. Daher ist es für die EU schwierig, als eine einheitliche Organisation in den internationalen Beziehungen zu handeln. Auch die EU selbst hat diese Schwäche erkannt. Nachdem der "Vertrag von Lissabon" in Kraft getreten war, wählten sie Herman Van Rompuy zum ständigen Präsidenten des Europäischen Rates – allgemein bekannt als "EU-Präsident" – und Catherine Ashton zum Hohen Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik – auch bekannt als "EU-Außenministerin". Allerdings sind die beiden Politiker keine einflussreichen Persönlichkeiten Europas. Was für eine große Rolle sie eigentlich spielen können, bleibt abzuwarten. Natürlich müssen wir einsehen, dass die EU immer noch die weltweit größte wirtschaftliche Körperschaft bleibt. Im Jahr 2008 entfielen 18 Billionen US-Dollar des globalen Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 61 Billionen US-Dollar auf die EU. Die EU ist nach wie vor eine wichtige Kraft in den internationalen Beziehungen.
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China erreicht plötzlich das Zentrum der internationalen Arena. In der Tat waren wir in Gedanken nicht darauf vorbereitet.
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Die Beziehung zwischen China und Afrika ist eine Staatsbeziehung neuen Typs.
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Wu Jianmin ist Vorstandsvorsitzender des Shanghaier Forschungszentrums für internationale Fragen und als Professor des Instituts für Diplomatie - der "Kaderschmiede chinesischer Diplomaten" - tätig.
Ich finde es bemerkenswert, in welcher Reihenfolge er als Chinese die Entwicklung der Welt und die Beziehung Chinas zu anderen Staaten sieht.
hmmm - die Diskussion ist ja ziemlich eingeschlafen; Sad

da will ich doch mal Öl ins Feuer gießen oder eine konträre Meinung in den Ring werfen:

Also - wenn wir in die Zukunft schauen, dann sollte der Blick in die Vergangenheit die Erkenntnis liefern, was bisher zum Aufstieg einer Nation beigetragen hat.
Und der freie, ungehinderte Verkehr von Ideen, Vorschlägen und Irrtümern hat maßgeblich zum Wohlstand und damit zur bisherigen Überlegenheit der westlichen Staaten beigetragen.
Nur Querdenker erobern neue Wege, während die anderen die ausgetretenen Pfade entlang trampeln.
Die Explosion von "Dynamik", die entsteht, wenn ein Wettbewerb der Ideen in einer Gesellschaft stattfindet, ist gerade in den USA feststellbar.
Auch der Aufstieg von Ländern Südamerikas (Brasilien) oder Südeuropas ( Griechenland, Spanien, Protugal) nach dem Zusammebrechen von Militärdiktaturen ist dazu ein Beispiel, genauso wie die wirtschaftliche Leistung von ehemals kommunistisch angehauchten oder planwirtschaftlichen gesteuerten Staaten (Osteuropa, China, Indien), die eine mehr oder wenige freie Marktwirtschaft zulassen.

Diese für eine Wirtschaft wichtige Voraussetzung "Wettbewerb der Ideen und Konzepte" gilt genauso für ideelle Ideen.

Lasst uns vor diesem Hintergrund einmal unter dem Stichwort "Wettbewerb der Kulturen" die großen Religionsgemeinschaften anschauen.
Das sind Christentum und Islam.
Von 1900 bis 2025 hat der Anteil der Muslime weltweit von 12,3 % auf 22,8 % der Weltbevölkerung zugenommen, während der Anteil der Christen von 34,5 % auf 33,5 % gesunken ist.
Ist es also vermessen zu fragen, ob nicht die oder eine "islamische Nation" (Umma) eine Vormacht im 21. Jahrhundert sein könnte?

Nun, obwohl sich die Muslime als Gemeinschaft (Umma) verstehen - "die" islamische Nation gibt es meines Erachtens nicht. Die Differenzen zwischen Sunniten, Schiiten und Wahabiten (nach der jeweiligen Glaubensrichtung) oder zwischen Türken, Iranern und Arabern (nach der jeweiligen Sprache) sind zu groß.
Zwischen diesen drei Strömungen kann man doch deutliche Unterschiede fest machen. Und am Prüfungspunkt "Öffnung und Pluralität" gemessen, schneiden sowohl die konservative arabisch-wahabitische Lehre wie auch der schiitisch-iranische Klerikalismus eher schlechter ab.

Von daher jetzt meine zwei Diskussionsthesen:
1.
Einige islamische Nationen werden auch im 21. Jahrhundert zu den Führungsnationen aufsteigen.
2.
Die besten Voraussetzungen dazu haben die turksprachigen Staaten Zentralasiens, in denen als Erbe der Sowjetzeit einerseits und über den Einfluss aufgeklärter türkischer Theologen*) andererseits die wahrscheinlich beste Möglichkeit besteht, eine weltoffene islamische Identität zu entwickeln.
In der Türkei werden Modernität, Demokratie und Islam zu einem Erfolgsmodell umgewandelt, das in der gesamten islamischen Welt vorbildlich ist.
Die Türkei für sich genommen kann keine globale Führungsposition einnehmen. Aber gemeinsam mit den tursprachigen Staaten Zentralasiens - die aus der Zeit der Sowjetunion auch säkuläre und nicht nur theokratische Denkansätze übernommen haben - kann eine auch global bedeutende Führungsnation turksprachiger Völker entstehen.

*) z.B.
Ali Bardakoglu, der für für einen wissenschaftlich fundierten Islam steht , dessen Interpretation nicht in der blinden Rezitierung von Versen sondern im hitsorischen Kontext erfolgen muss.
Ömer Ozsoy - ein anderer namhafter türkischer Theologe - sieht den Koran nicht als statischen Vertrag, sondern als dynamische Vereinbarung zwischen Gottes und den Menschen.
@Erich, was du da grad beschreibst ist eine schön formulierte Schreckensvision eines Globalen Gottesstates die Idee stammt übrigens von der CIA. Big Grin Nun klar ist der Islam ist mehr oder minder jäh nach Radikalität eine Bedrohung für die etablierte nicht Theokratische also säkulare Welt und ein Miteinander gestaltet sich selbst mit gemäßigten Muslimen sehr kompliziert.


Auf der anderen Seite sehe ich für diese Schreckensvision des CIA aber kaum Möglichkeiten einfach daher das von allen Konkurrenten die Islamische Welt die Rückständigste ist und auch an Bedeutung verlieren wird. Den seihen wir mahl bitte Ehrlich, die glänzenden Golfemirate sterben mit den Öl was nur eine kleine Kriese anrichten kann sah man an Dubai und Ideen können in einen derartig radikalen und tyrannischen Umfeld auch nicht entstehen wenigstens keine Positiven.


Das Weltkalifat mag ein Ziel Al Kaidas sein und ein Traum vieler Araber aber es ist soweit von einer Verwirklichung entfernt das dies auch mir als eingefleischten Pessimisten keine Kopfschmerzen bereitet. Der wahre Gegner und Konkurrenten heißt China und dieser ist Furchteinflößend genug um den Westen (USA,EU usw.) in Alleingang abzusetzen. Letztendlich entscheidet sich alles in diesen Kampf zwischen Westen und China die anderen Akteure sind da nur Zaungäste und Bluter gerade die Islamische Welt als die Rückständigste.



Ich sehe in Prinzip für die Welt folgende Optionen und alles hängt dabei von der Entwicklung Chinas ab:


1: Der Chinesische Aufschwung kommt nicht zum erliegen und der Westen wird innerhalb kürzester Zeit marginalisiert und durch ein Aggressives Allmächtiges China zum Zusammenschluss gezwungen sprich eine Weltliche Allianz ob formell oder nicht formell entsteht die sich gegen ein von China Beherrschtes Asien und Afrika wie Süd Amerika stellt . Dies währe eine fast Mono biss Bipolare Welt etwa wie nach dem Ende des kalten Krieges in den 90er nur das dieses mahl die Unfreiheit und die Diktaturen dominieren.


2: Der Chinesische Aufschwung kommt zu Erliegen, bevor China eine alles Dominierende Stellung innehat was gerade aufgrund massiver Umweltzerstörung und des ungesunden Wachstums China nicht unwahrscheinlich währe. In dieser Situation wird der Zustand der USA und Europas maßgeblich über die Form der Welt entscheiden, den kann sich die USA erholen und das Ungleichgewicht in Folge des Absturzes bzw. der Stagnation Chinas beseitigen und Europa zu einen Land werden könnte eine von Westen Dominierte Multipolare Welt entstehen (wie in den 90er eine Monopolare Welt hat es nämlich nie wircklich gegeben). Diese Version währe an sich eine Fortsetzung der jetzigen Situation ein schwacher Westen der dennoch formell Global dominiert und viele Große aufstrebende Blöcke die um Einfluss kämpfen.


3. Das totale Chaos auch eine CIA Vision dabei zerbrechen Stattliche Gebilde in Folge der globalen Krisen und es entsteht eine Welt des Chaos in der mächtige Stäte und Konzerne die Politik machen an sich aber eine eher unwahrscheinliche Vision, wie die des Globalen Kalifates.


Realistisch Betrachtet wird aber China das Schicksal dieses Jahrhunderts entscheiden entweder bekommt man eine Monopolare Chinesisch dominierte Welt oder eine Bipolare Chinesisch Dominierte Welt. Alle andere Szenarien sind sehr unwahrscheinlich den sobald eine Seite die Oberhand bekommt werden sich die schwächeren Parteien aus der Not heraus zusammenschließen. Dabei würde die USA die EU und die Pazifische Westliche Welt die logischen Partner sein, da kaum Konflikte aber viele Gemeinsamkeiten wie etwa die selbe Kultur gegeben ist. Dieser Kreis könnte noch um andere arg bedrängte Länder erweitert werden so etwa Indien das von China schon jetzt effektiv eigekesselt und marginalisiert wurde. So würde in Prinzip ein Gegengewicht zu Chinas Übermacht nach 2030 geschaffen werden den ab da währe der kritische Punkt ungefähr schon erreicht an den der Westen durch China ausgesaugt währe und diese zu Globalen Macht aufsteigen würde.


Schon jetzt wird ersichtlich wie weitgehend Chinas Einfluss sein wird den Russland hat sich China mehr oder weniger in Zentralasien gebeugt und wird spätestens ab 2030 keine Relevanz mehr als regionale Macht haben es wird zu eine Rochstofflieferanten für China degradiert der als Gegenleistung die regional Macht spielen darf. Das Russland dies langsam begreift ist gerade an der neuen Initiative Medwedews "Europäischer Sicherheitsvertrag" zu erkennen der außer als ei typischer Versuch die NATO zu untergraben auch als ein Versuch gewertet werden kann sich den Westen, aber zu seinen Bedingung anzuschließen und das gegen China.

In Afrika diktiert China schon längst, da dieser Kontinent wie seine Rochstoffe von Westen ihn überlassen wurden mehr oder weniger. Man könnte sagen der Weiße Mann beutete den Schwarzen nicht mehr aus, nun macht es aber der Gelbe, in Kopenhagen taten sich diese Chinesischen Vasalen auch besonders hervor. In Süd Amerika ist China auch dabei den Ton anzugeben da dort überwiegend Linke ja Kommunistische Diktaturen/Regierungen die Macht ergriffen haben in wie fern sich die Rolle Chinas hier entwickeln wird ist aber noch nicht klar abzusehen.

In großen und ganzen wird China, sollte es nicht stolpern, aber ganz Asien und Afrika direkt beherrschen und großen Einfluss auf Süd Amerika und den nahen Osten ausüben. Die Optionen des Westens werden zugleich sehr limitiert sein und wohl zu einen Zusammenwachsen schon aus der puren Not heraus führen.

Klar steht aber das die Welt 2030 oder 2050 viel ärmer, viel kriegerischer und chaotischer und Unfreier wie sehr viel kaputter als Heute sein wird. Die Erde wird ihr Angesicht maßgeblich verändern und das zum negativen ! Die Uhrwälder werden verschwinden, große Teile der Erde werden zu Wüsten und die Weltmeere werden zunehmend steril aufgrund der Vergiftung durch Chinas Industrie werden und es werden Kriege um Wasser entbrennen neben denen um andere Rochstoffe. Die Nahrung wird knapper werden schon in angesichts der massiven Überbevölkerung und die Welt wird Dunkler sein aufgrund des zunehmenden Energie Mangels. Interessant wird es auch wenn zunehmend Atomkriege zwischen den kleinen Akteuren geführt werden, die große Gebiete ins Chaos stürzen und die Umwelt weiter beschädigen. Den die Nukleare Verbreitung ist nicht zu stoppen und wie verzweifelter die Lage wird desto wahrscheinlicher werden auch regionale Atomkriege werden so etwa in Nahen Osten wo sich nicht nur Israel und der Iran belauern werden sondern auch die übrigen arabischen Länder. Die Zukunft bringt daher nicht gutes, egal von welcher Seite man es auch sehen will !
Du beschreibst eine Welt, in der die USA ihre globale Dominanz verlieren, als "Schreckensszenario" - und eine multipolare Welt, die mehr als zwei "Player" hat als Chaos.

Beides ist mir nicht einleuchtend.

Eine multipolare Welt muss und kann sowohl China und die USA, Indien und die EU, Russland und Lateinamerika - und auch islamische Staaten einschließen. Noch bis ins Mittelalter waren die islamischen Staaten weltweit führend. Algebra, Astronomie, Mathematik, Medizin - Handel und aufgeklärte Wissenschaft waren "islamisches Kulturgut", als in den christlichen Ländern noch die Hexen verbrannt wurden. Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass es islamischen Ländern wieder gelingen könnte, an diese "Hochzeiten" anzuknüpfen.

Mein Beitrag bezog sich zudem darauf, dass Liberalität und Pluralität, also die freie Koexistenz unterschiedlicher (Welt)-Anschauungen, gerade die Voraussetzung für Agilität und damit Prosperität und (regionale) Führungsstärke ist.
Eine solche Entwicklung ist in der islamischen Welt (Südostasien wie Indonesien und Südasien wie Pakistan einmal "aussen vor" gelassen) am ehesten noch von der Türkei und den turksprachigen Staaten Zentralasiens zu erwarten.
Mit dieser Entwicklung verliert aber auch ein dogrmatisch fundamentalistischer Islam, und der Islam somit seine "Schrecken".
Revan - nicht alle islamischen Staaten sind so fundamentalistisch wie die wahabitischen Saudis, die Freunde der USA am Golf.

Wenn dagegen die Fundamentalisten, die mit ihrer dogmatischen Hetze inzwischen bis nach Europa vorgedrungen sind, die Entwicklung für sich entscheiden, dann verliert die islamische Welt tatsächlich auch weiterhin den Anschluss.
Dann gibt es eine "multipolare Welt", in der die islamischen Staaten zum Spielball der anderen Mächte werden.
Und ein solches Szenario führt zu mehr Konflikten unter diesen anderen Mächten, als wenn die islamischen Staaten selbst stark genug sind, ihre Unabhängigkeit zu bewahren.
Erich schrieb:Du beschreibst eine Welt, in der die USA ihre globale Dominanz verlieren, als "Schreckensszenario" - und eine multipolare Welt, die mehr als zwei "Player" hat als Chaos.

Beides ist mir nicht einleuchtend.



Dann hast du es glaube ich nicht verstanden, die Multipolare Welt kannst du in die Tonne kloppen den sie ist nur ein schönes Konstrukt aus Linken/Liberalen kreisen. Du fandest ja die Dominanz durch das demokratische und Westliche Amerika schon schrecklich nun mach dich bereit für die Dominanz durch eine Skrupellose KP Diktatur mit rassistischen Anhauch.


Die Multipolare Welt ist, die zugleich die instabilste und chaotische Welt überhaupt ist da sich hier Fier oder mehr Seiten sich die Köpfe einschlagen, ist sobald eine Seite die Oberhand gewinnt obsolet. China wächst momentan so schnell und rüstetet so schnell auf das es die USA, Europa und die übrigen BRIC Länder gegen die Wand pressen wird. Der erste Vorgeschmack Chinesischer Diplomatie und eben nur ein Vorgeschmack dessen sollte Beispiel genug sein welch Frohe Zeiten den selbstherrlichen Westen bevorstehen.


Die Multipolare Welt wird sich als Lehrer und idiotischer Traum erweisen und den es schaut danach aus das eine Bipolare Welt vor der Haustür steht nur eine in den eben China die Oberhand haben wird. Will der Westen gar eine Monopolare Welt verhindern wird er sich zusammenschließen müssen und seien Kräfte zu bündeln um so ein Gegengewicht zu China zu schaffen. Um 2030 wird China die USA als Militärmacht verdrängt haben und vieleicht sogar als Wirtschaftsmacht und mit Macht wachsen auch die Ambitionen und eines kannst und dir sicher sein die Chinesen werden Gnadenlos in der Anwendung sein da wird es keine Moralische Skrupel geben den China ist eine Diktatur.
Nun angesichts dieses parasitischen Imperiums mit Kolonien in Afrika und Vasalen in Süd Amerika wird der Westen mit den Rücken zur Wand stehen und gerade Europa aufwachen müssen. Interessant ist wie ich schrieb das den Russen es langsam zu dämmern beginnt z.b lieft Rogosin wie ein aufgeregte Hühnchen bei der NATO rum um für Medwedews "Packt" zu werben und immer wieder auf die Gefahr durch China und den Süden verweisend. Vieleicht dämmert es auch Europa nach Kopenhagen wie sich eine Zukunft mit China als Dominus anfühlen würde.



Erich schrieb:Eine multipolare Welt muss und kann sowohl China und die USA, Indien und die EU, Russland und Lateinamerika - und auch islamische Staaten einschließen. Noch bis ins Mittelalter waren die islamischen Staaten weltweit führend. Algebra, Astronomie, Mathematik, Medizin - Handel und aufgeklärte Wissenschaft waren "islamisches Kulturgut", als in den christlichen Ländern noch die Hexen verbrannt wurden. Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass es islamischen Ländern wieder gelingen könnte, an diese "Hochzeiten" anzuknüpfen.



Der Verweis auf die Vergangenheit wird von Islam Befürworter wie Islamisten ständig gebracht. Der Islam ist aber die Ursache für den Niedergang der Islamische Welt und für ihre Rückständigkeit. Der Islam war als Gesellschaft und Kulturmodell in der Zeit der Hexen Verfolgung und des Feudalismus weit überlegen, aber der Westen rannte ihn mit Aufklärung und den Wechseln zu einen säkularen System davon. Der Fortschrittlichste islamische Staat ist heute die Türkei, die eben auch am meisten die Westlichen Werte verinnerlich hat, gerade den Säkularen Staat. Der Glanz der Öl Emirate und Saudi Arabiens aber verblasset dagegen mit den Öl ja es ist auf Öl gebaut worden. Mit dem Ende des Öls folgt der Rückschritt ins Nomadenleben den derartig verschlossene und radikalisierte Gesellschaften bringen nichts hervor. Eine Pan islamische Weltmacht ist eben nur eine Vision Al Kaidas in der Realität ist es Heute nicht mahl möglich wegen der Grenzproblematik einfach von Saudi Arabien nach Kuwait zu fahren .


Die islamische Welt wird sich daher nicht vereinigen und sie wird Spielball des Westens oder China bleiben biss das Öl weg ist. Een sie sich nicht vorher selbst in Radikalität und regionalen Atomkriegen versinken wie es sich schon anbahnen.
revan schrieb:.....
Dann hast du es glaube ich nicht verstanden, die Multipolare Welt kannst du in die Tonne kloppen den sie ist nur ein schönes Konstrukt aus Linken/Liberalen kreisen. Du fandest ja die Dominanz durch das demokratische und Westliche Amerika schon schrecklich nun mach dich bereit für die Dominanz durch eine Skrupellose KP Diktatur mit rassistischen Anhauch.

Die Multipolare Welt ist, die zugleich die instabilste und chaotische Welt überhaupt ist da sich hier Fier oder mehr Seiten sich die Köpfe einschlagen, ist sobald eine Seite die Oberhand gewinnt obsolet. China wächst momentan so schnell und rüstetet so schnell auf das es die USA, Europa und die übrigen BRIC Länder gegen die Wand pressen wird. Der erste Vorgeschmack Chinesischer Diplomatie und eben nur ein Vorgeschmack dessen sollte Beispiel genug sein welch Frohe Zeiten den selbstherrlichen Westen bevorstehen.

Die Multipolare Welt wird sich als Lehrer und idiotischer Traum erweisen und den es schaut danach aus das eine Bipolare Welt vor der Haustür steht nur eine in den eben China die Oberhand haben wird. Will der Westen gar eine Monopolare Welt verhindern wird er sich zusammenschließen müssen und seien Kräfte zu bündeln um so ein Gegengewicht zu China zu schaffen. .....
Ich frage mich, wer das was nicht verstanden hat:

1.
Nach der Dualität im "Kalten Krieg" und dem Zusammenbruch der Kommunistischen UdSSR ist eine einzige Supermacht übrig geblieben - die USA.
Die derzeitige Veränderung bedeutet zunächst nur, dass die USA ihre globale Dominanz und Hegemonie verlieren - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

In Deiner Phantasie rückt nun China in kürzester Zeit an die Stelle der UdSSR, und die "Kalte Krieg", der die Welt einige male an den Rand des Untergangs geführt hat, beginnt neu - zwischen den USA und China.

Das ist für mich ein Horrorszenario, weil es im Endeffekt nur einen Überlebenden geben kann - und ob das wie bisher die USA sein würden, kann schon mit Blick auf die Wirtschaftsdaten der beiden Staaten sehr in Frage gestellt werden.

2.

Die Welt entwickelt sich aber nicht in eine neue Dualität. Diese Vorstellung haben nur kreativlose Menschen, die der globalen Übermacht der USA nachtrauern.

Die Welt entwickelt sich vielmehr auf mehrere regionale Kraftzentren hin.
Schon heute ist die EU den Hegemonialbestrebungen der USA entwachsen. Sie wird nicht mehr dominiert, sie dominiert aber auch nicht selbst.
Auch die BRIC-Staaten lassen sich nicht mehr dominieren - weder untereinander noch von Dritten.

Niemand kann künftig den "Rest der Welt" dominieren. Dazu sind die anderen, unabhängigen Länder zu stark (vergiss also Deinen feuchten Traum von der globalen Übermacht der USA).
Und das verlangt nicht einmal, dass alle "regionalen Kraftzentren" gleich stark sind - es reicht, dass der Schwächste gemeinsam mit einem anderen (also auch die zwei Schwächsten zusammen) zumindest gleich stark wie der Stärkste ist.

3.

Im Idealfall (der zwangsläufig kommen wird) ist eine multipolare Welt die stabilste und sicherste Lage, die es geben kann - weil sich immer mehrere (im Extremfall: der Rest) gegen denjenigen zusammen schließen würden, der sich daran macht, die anderen zu dominieren.

Deshalb habe ich auch keine Angst vor China, und deshalb trauere ich auch der Hegemonialmacht USA nicht hinterher.

Die USA waren wichtig, als es nur zwei Hegemonialmächte gab - und Europa noch nicht geeint genug war, um gemeinsam stark zu sein.
Die USA haben das aber auch leidlich genutzt, um die europäischen Staaten (dazu zähle ich in diesem speziellen Fall auch den NATO-Partner Türkei) gegeneinander auszuspielen und so zu beherrschen.
Der Druck der USA auf die EU, die EU zu erweitern und auch die Türkei aufzunehmen, hatte und hat keinen anderen Grund. Es ging und geht lediglich darum, soviel potentielle "Zwietracht" in die EU zu tragen, dass diese schwach bleibt und die US-Regierung weiterhin in Europa dominieren kann.

4.
Fraglich ist nur, ob ausser den USA und den Regionen um die BRIC-Staaten auch islamische Nationen stark genug sein werden, sich gemeinsam gegen aussenstehende dominante Mächte aus den Reiehen dieser vorgenannten Staatengruppe zu stemmen.

revan schrieb:Der Verweis auf die Vergangenheit wird von Islam Befürworter wie Islamisten ständig gebracht. Der Islam ist aber die Ursache für den Niedergang der Islamische Welt und für ihre Rückständigkeit.
...
Der Fortschrittlichste islamische Staat ist heute die Türkei, die eben auch am meisten die Westlichen Werte verinnerlich hat, gerade den Säkularen Staat. Der Glanz der Öl Emirate und Saudi Arabiens aber verblasset dagegen mit den Öl ja es ist auf Öl gebaut worden. Mit dem Ende des Öls folgt der Rückschritt ins Nomadenleben den derartig verschlossene und radikalisierte Gesellschaften bringen nichts hervor. Eine Pan islamische Weltmacht ist eben nur eine Vision Al Kaidas in der Realität ist es Heute nicht mahl möglich wegen der Grenzproblematik einfach von Saudi Arabien nach Kuwait zu fahren .

Die islamische Welt wird sich daher nicht vereinigen und sie wird Spielball des Westens oder China bleiben biss das Öl weg ist. Een sie sich nicht vorher selbst in Radikalität und regionalen Atomkriegen versinken wie es sich schon anbahnen.
Das ist - mit Verlaub - in Teilen einfach Quatsch.

Zunächst richtig:
Ja, die wortwörtliche Interpretation des Koran stellt sich als Hemmnis heraus.
Der Koran und die Scharia stehen einer Weiterentwicklung der islamischen Gesellschaft insofern entgegen, als in einer fundamentalistischen islamischen Gesellschaft überall eine Modernisierung erfolgen kann - nur nicht in den Bereichen, die vom Koran geregelt sind.

Und ja, der fortschrittlichste und entwickeltste islamische Staat ist nach unseren Maßstäben die Türkei. Die Türkei für sich genommen ist allerdings zu schwach, um sich gegen Hegemonialbestrebungen der starken Nachbarn (EU, Russland, USA) behaupten zu können - aber es ist nicht ersichtlich, warum nicht auch andere islamische Staaten diesem Weg folgen könnten.

Gerade in der Türkei findet eine zeitgemäße Interpretation des Koran statt, die den gesellschaftlichen und technischen Wandel berücksichtigt.
Das habe ich in den Links, die in meinem Beitrag hinterlegt wurden, auch ausführlich dargestellt.
Gerade der sunnitische Islam ist insofern äusserst demokratisch und einer Reform aufgeschlossen, als es dort keine "Kleriker-Hierarchie" gibt, die zwischen dem Gläubigen und Gott (Allah) steht.
Die Fahtwas, die religiösen Gutachten, sind schlicht die Bemühungen von Theologen, aus dem Koran Handlungsanleitungen für die heutige Zeit zu finden. Und der (sunnitische) Islam verträgt es durchaus, dass sich die Gläubigen an einen anderen Theologen wenden, wenn ihnen das Ergebnis nicht gefällt (Fahtwa-Hopping). Damit wird sich zwangsläufig durch Interaktion und Vernetzungen, wie sie etwa das Internet bietet, die zeitgemäße Interpretation des Islam entwickeln, die den aktuellen Anforderungen der Muslime am ehesten entspricht.

Und der (sicher sehr irreführend) als Neo-Osmanenpolitik beschriebene Weg der Annäherung der Türkei an andere islamische Staaten zeigt auch, dass die Türkei bereit (und in der Lage) ist, sich - auch gegen die Wünsche der genannten Nachbarn - mit anderen islamischen Ländern zu vernetzen.

Wie ich allerdings schon im Iran-Strang deutlich gemacht habe (und hier auch), gibt es keine realistische Perspektive, dass sich die drei großen Strömungen im Islam dauerhaft zur Kooperation verständigen.

Zweifelsfrei gelingt es den wohlhabenden Arabern vom Golf, ihre strenge wahabitisch-fundamentalistische Lehre insbesondere in der arabischen Welt zu verbreiten.
Die Muslim-Brüder in Ägypten sind ein Beispiel dafür. Auch die Familie bin-Laden stammt aus Saudi-Arabien, und nun frag mal, welcher Strömung die Attentäter vom September und Al-Quaida anhingen oder anhängen (und ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum sich die USA ausgerechnet die Fundamentalisten vom Golf als Partner ausgesucht haben und die Saudis auch noch mit modernen Waffen ausrüsten - aber das ist ein anderes Thema).

Schon die türkischen Sunniten und die Schiiten im Iran stehen der strengen wahabitischen Lehre kritisch konträr gegenüber.

Ich behaupte daher, es wird sich (in einigen Jahrzehnten) eine deutliche Teilung des Islam in (mindestens) drei Gruppierungen bilden:
a) in die eher wahabitisch geprägte arabische Welt
b) in einen weltoffenen sunnitischen Islam türkisch-turanischer Prägung und
c) in die dem schiitischen Iran nahe stehende iranischen Region (mit Afghanistan und Tadjikistan).

Diese drei Gruppierungen werden nach dem Vorbild der EU jeweils für sich einen Staatenbund bilden, der jeweils versuchen wird, sich der Dominanz der zuvor genannten Mächte zu entziehen.
Und der Türkei und den zentralasiatischen Staaten kommt dabei nicht nur aufgrund der Lage zwischen Europa, Russland und China besondere Bedeutung zu. Hier sind die Ansätze, den "Bremsklotz religiöser Fundamentalismus" abzuwerfen, am Weitesten gediehen. Hier kann sich am Ehesten eine moderne islamische Gesellschaft bilden, die dann auch in der Lage ist, bei der globalen Entwicklung eine starke regionale Beteiligung zu leisten.
Diese Gruppe wird nicht nur die Bodenschätze der Region in die EU, nach China und Russland exportieren sondern sie wird im Gegenzug auch bestes know how aus diesen Nachbarländern erhalten und bei der Weiterentwicklung auf das Erbe der sowjetischen Kombinate bauen können.
Und diese Staatengruppe wird aufgrund der sich dort bildenden modernen islamischen Gesellschaft auch in der Lage sein, auf diesem know how aufzubauen. So kann ich mir vorstellen, dass dieses "Eurasien" nicht nur eine Brückenfunktion zwischen Europa und China ("neue Seidenstraße") bilden wird, sondern in der Weltraumfahrt (in Weiterentwicklung von Baikonur) besondere Bedeutung erlangen könnte.
Zitat:Eine Pan islamische Weltmacht ist
nicht nur eine Vision Al Kaidas. Die "Umma", die Gemeinschaft der Muslime, ist vielmehr im Koran angelegt.
Und deshalb werden diese drei islamischen Staatengruppen untereinander genauso kooperieren, wie es die USA, die EU und Lateinamerika untereinander tun werden.
Erich schrieb:Ich behaupte daher, es wird sich (in einigen Jahrzehnten) eine deutliche Teilung des Islam in (mindestens) drei Gruppierungen bilden:
a) in die eher wahabitisch geprägte arabische Welt
b) in einen weltoffenen sunnitischen Islam türkisch-turanischer Prägung und
c) in die dem schiitischen Iran nahe stehende iranischen Region (mit Afghanistan und Tadjikistan).
Es ist bezeichnend, daß Ihr beide die drei größten islamischen Staaten (Indonesien,Pakistan,Bangladesh) einfach ignoriert habt. Die viele nichtarabischen islamische Länder sind in der Entwicklung viel weiter als die Araber. Der Reichtum, den die Golfstaateb ohne eigene Arbeit erhalten haben, hat die Gesellschaft eher gelähmt als weitergebracht. Wenn jetzt das Geld aus dem Ölgeschäft knapper wird, wird der Einfluß des Araber in der islamischen Welt massiv abnehmen. Auch Afrika wird seine eigenen Wege finden. In Nigeria wohnen heute schon fast genau so viele Moslems wie ein Ägypten oder mehr als dreimal so viele wie in Saudiarabien.
Nasenbaer schrieb:...Es ist bezeichnend, daß Ihr beide die drei größten islamischen Staaten (Indonesien,Pakistan,Bangladesh) einfach ignoriert habt. Die viele nichtarabischen islamische Länder sind in der Entwicklung viel weiter als die Araber. Der Reichtum, den die Golfstaateb ohne eigene Arbeit erhalten haben, hat die Gesellschaft eher gelähmt als weitergebracht. Wenn jetzt das Geld aus dem Ölgeschäft knapper wird, wird der Einfluß des Araber in der islamischen Welt massiv abnehmen.
Nicht ignoriert, aber nur indirekt genannt:
In dem von mir verlinkten Verweis auf den Iran-Threadhabe ich geschrieben:
Zitat:Völlig offen ist für mich auch, wie sich die bevökerungsreichen islamischen Staaten in Asien (Indonesien, Pakistan, Bangladesh und Indien) entwickeln.

Das ist für mich auch noch (relativ) offen:
Indonesien würde ich eher in Zusammenhang mit den ASEAN-Staaten nennen, also nicht mehr als islamische Macht sondern als Kern-Bestandteil der Malayischen Welt (der ja auch das muslimische Malaysia, aber auch die christlichen Philippinen angehören);
Bangladesh ist extrem arm, überbevölkert, durch den Klimawandel bedroht und steht dazu im Schatten von Indien, das selbst wieder eine der größten islamischen Nationen und Bestandteil der BRIC-Staaten ist,
und bei Pakistan deutet derzeit eigentlich eher veles darauf hin, dass das Land im Bürgerkriegs-Chaos versinkt und zerbricht.

Nasenbaer schrieb:Auch Afrika wird seine eigenen Wege finden. In Nigeria wohnen heute schon fast genau so viele Moslems wie ein Ägypten oder mehr als dreimal so viele wie in Saudiarabien.
Die afrikanischen Länder liefern derzeit eher ein Bild von Bürgerkriegsländern, die sich kaum verselbstständigen können. Nigeria ist da genauso ein Beispiel wie etwa der Niger, der Kongo oder Guinea.
Die afrikanischen Länder südlich der Sahara sind gerade das absolute Gegenteil zur Eingangsfrage:
Zitat:Welchen Nationen gehört das 21.jahrhundert??
Afrika wird wohl auch am längsten brauchen, sich zu einem eigenständigen regionalen Kraftzentrum zu finden. Die afrikanischen Staaten - auch Nigeria - sind vielmehr derzeit und in naher Zukunft eher noch als Spielball der Interessenten zu sehen.
Schon jetzt liefern sich die arabischen Länder, China, die EU und die USA ein Wettrennen um Einfluss - und Brasilien wird in diesen Chor eintreten.
Für Chinas Bemühungen haben wir in einem eigenen Strang: "Südschiene" von Afrika-China - Forum on China-Africa Co-ope, und eine entsprechende Ausführung im Einführungsdossier.
Für die USA und die islamisch-arabische Welt möchte ich zunächst auch auf die "Missionsbemühungen" insbesondere der Evangelikalen Christen einerseits und der wahabitisch geprägten Prediger andererseits verweisen.
Darüber hinaus haben US-Konzerne und die US-Regierung wie auch China konkret z.B. sowohl an Sao Tome und Principe wie auch in dem von Dir genannten Nigeria massive Interessen.

Wenn Afrika wirklich unabhängig (also frei von der Dominanz fremder Staaten) wird, dann dürfte diese Entwicklung eher von Südafrika ausgehen und zunächst die (benachbarten) Bantu-Staaten im Süden des Kontinents erfassen.
"Sudan-Afrika" südlich der Sahara bleibt damit eine andere Rolle vorbehalten - die einer "Pufferzone", in der sich die zunehmend christianisierten Staaten des Südens und die islamischen Länder des Nordens um Einfluss bemühen.
Ein Artikel über Auf- und Abstieg von zwei Weltmächten - und zugleich ein Hinweis, dass sich mit dem neuen Jahrhundert das Schwergewich des globalen Handelns verschiebt - vom Atlantik zum Pazifik.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:chinas-erfolgsrezept-die-welt-rueckt-nach-osten/50055357.html">http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:c ... 55357.html</a><!-- m -->
Zitat:Chinas Erfolgsrezept
Die Welt rückt nach Osten
Kommentar
Das vergangene Jahrzehnt hat gezeigt, dass die seit 500 Jahren andauernde Vorherrschaft des Westens langsam zu Ende geht. Was darauf folgt, hängt vor allem von China ab.

...
Während meiner Reflexionen über den Aufstieg und wahrscheinlichen Untergang des Imperiums Amerika kristallisierten sich für mich drei fatale Defizite heraus, an der die Macht der USA litt: ein Defizit an Personal (zu wenig Soldaten im Irak), ein Defizit an Aufmerksamkeit (zu wenig öffentliche Begeisterung für die langfristige Besatzung eroberter Länder) und vor allem ein Defizit an Geld (zu wenig Ersparnisse im Verhältnis zu Investitionen und zu wenig Besteuerung im Verhältnis zu den öffentlichen Ausgaben). Für mich war das Aha-Erlebnis des Jahrzehnts die Erkenntnis, dass das klaffende US-Leistungsbilanzdefizit zunehmend von Zentralbanken in Asien finanziert wurde - allen voran von den Chinesen.

Der Weg in die große Rezession

Die Illusion der amerikanischen Hypermacht wurde im vergangenen Jahrzehnt gleich zweimal zerstört.
...

Und was blieb? Am Ende des Jahrzehnts konnte die westliche Welt nur staunen, wie schnell die chinesische Regierung auf den schwindelerregenden Exporteinbruch im Zuge der US-Kreditkrise reagiert hatte. Während die Industrienationen am Rande einer zweiten großen Depression standen, musste China nur eine geringfügige Wachstumsverlangsamung hinnehmen.
....

Was die westliche Version von Recht und Politik anbelangt, so gibt es wenig Anzeichen, dass der Einparteienstaat diese übernehmen wird. Aber braucht China die gute alte Demokratie, um dauerhaften Wohlstand zu erzielen? Das kommende Jahrzehnt wird diese Frage beantworten.
Ein weiteres Feld, in welchem die westlichen Staaten schwächeln.

Zitat:Westliche Demografie-Sorgen bei der Terrorabwehr

Von Gunnar Heinsohn

Islamisten aus den Unruhestaaten Afghanistan, Jemen, Pakistan, Somalia haben in den vergangen Tagen die westliche Welt in Atem gehalten. Für den Kampf gegen den Terror sollen nun Hunderte Millionen weitere Euro bereitgestellt werden. Dabei hilft gegen den demografischen Nachteil des Westens kein Geld der Welt.
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.welt.de/politik/ausland/article5709247/Westliche-Demografie-Sorgen-bei-der-Terrorabwehr.html">http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... bwehr.html</a><!-- m -->

Der Autor Gunnar Heinsohn war schon in mehrmals mit dem Thema Demographie in den öffentlichen Medien.
Was an seinen Vergleichen störend ist, dass er einen Weltkrieg ähnlich dem WK I erwartet, in dem der gewinnt, der mehr Regimenter in den Fleischwolf wirft. Die fortschreitende Mechanisierung, Automatisierung und schließlich die auf Kernspaltung basierenden Waffen haben den Westen de facto unangreifbar gemacht, wenn man wie der Autor an Schlachten denkt, in denen ganze Divisionen aufeinander prallen.
Was entscheidender ist, können die westlichen Länder ihren produktiven Kern aufrecht erhalten? Es nützt nichts, eine gesunde Demographie zu haben, wie Südafrika oder Brasilien, wenn man es versäumt sie in die Gesellschaft einzubinden. Und vor diesem Problem stehen so gut wie alle Industrieländer: von Deutschland mit den Nachfahren der Gastarbeiter, die die demographischen Folgen des WK II auffangen sollten, bis hin zu den Latinos in den USA, die manchen Gegenden der USA ein zunehmend spanisches Gesicht verleihen.
Zitat:Im Idealfall (der zwangsläufig kommen wird) ist eine multipolare Welt die stabilste und sicherste Lage, die es geben kann - weil sich immer mehrere (im Extremfall: der Rest) gegen denjenigen zusammen schließen würden, der sich daran macht, die anderen zu dominieren.

Deshalb habe ich auch keine Angst vor China, und deshalb trauere ich auch der Hegemonialmacht USA nicht hinterher.
Die Historie hat gezeigt, dass mehrpolare Konstrukte meistens immer eher Konflikte geschürt haben, als dass sie sie entschärft hätten. Genau genommen haben multipolare Gebilde erst verheerende Konflikte ausgetragen, ehe aus den vormaligen Strukturen ein einheitliches Gefüge entwickelt haben, das vielfach Stabilität und gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen im positiven Sinne ausprägen konnte. Der kulturell-gesellschaftliche Niedergang setzte meistens dann ein, wenn mehrere Machtgefüge entstanden sind, die miteinander konkurrierten und die eine Zeit der Wirren bewirkten. Es liegt in der Natur, dass dieser Konkurrenzdruck sich entwickeln wird; angesichts der munteren Weiterverbreitung von atomaren Waffen ein Alptraumszenario (es sei denn, man beißt die Zähne zusammen und riskiert eine Konfrontation dennoch), vor allem weil die Demokratie bisher noch kein Konzept zur Bekämpfung des aufziehenden Gefahrenszenarios für die eigene Existenz besitzt.

Die Annahme, dass gerade die Verteilung der Kraft stabile Verhältnisse garantieren würde, ist insofern ein Irrtum, es werden eher Kämpfe um die Vormacht erfolgen (wie du angemerkt hast), diese aber werden wiederum Folgekonflikte, Revanchegedanken, etc. nach sich ziehen. Wir haben es dann höchstens mit einer Stabilität des immerwährenden und mit Unterbrechungen geführten Konflikts zu tun, mit einem ewigen Streit sozusagen. Und dieser Zustand wird schlimmer sein, als wenn man eine Hegemonialmacht hat, die übergeordnet das Machtgefüge bestimmt.

Und wie der Umgang mit Problemen mit einer übergeordneten Hegemonie aussehen werden, hängt wiederum davon ab, was die Hegemonie für staatliche, gesellschaftliche und geistige Ausprägungen besitzt. Und wenn man sich nun etwa die chinesischen Ausprägungen anschaut, so wäre es m. M. nach wiederum nicht wünschenswert, wenn dieser Hegemon bestimmend sein könnte, was a) den Umgang mit nichtgenehmen Systemen und b) die allgemeine Entwicklung hinsichtlich Freiheit und Fortschritt innerhalb von genehm gemachten Gebilden angeht. Bei aller Rhethorik und Problematiken, es war z. B. für Europa und auch Japan nach 1945 das beste, dass ein vergleichsweise milder und demokratisch-freiheitlicher Hegemon, die USA, der Sieger waren. Die Länder Europas und auch Japan, wenn auch mit teils erheblichen inneren Diskussionen, erblühten und genießen heute den anerkannten Status wichtiger Mitglieder der Staatengemeinschaft.

Das Verschwinden der Hegemonialmacht USA wäre insofern, solange vor allem auch Europa sich unsicher bewegt, verhängnisvoll für die Demokratie und die Freiheit auf diesem Planeten. Es gilt insofern diese Entwicklung mit aller Härte zu stoppen. Ansonsten werden die zukünftigen Hegemone nicht das Licht der Individualität, der Freiheit oder der Menschenrechte hochhalten, sondern es werden Hegemone der Despotie und der Gewalt auf diesem Planeten zumindest mitbestimmen in einem Maße, das wir uns nicht wünschen.

Schneemann.
@Schneemann,
zunächst einmal muss einfach festgestellt werden, dass die Enwicklung zu einer Multipolaren Welt offensichtlich ist. Um Wiederholungen zu vermeiden verweise ich einfach auf <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.globaldefence.net/kulturen_im_konflikt/geopolitische_weltordnung/geaendertes_geopolitisches_verstaendnis_5491_27.html">http://www.globaldefence.net/kulturen_i ... 91_27.html</a><!-- m --> ff.
Staaten und Staatengemeinschafen mit einer Bevölkerung von über 1 Mrd. Bewohner oder einer Fläche von > 4 Mio. qkm lassen sich nicht einfach dominieren.
Wir müssen uns mit dieser Realität abfinden - und je eher wir lernen, damit umzugehen, desto eher können wir diese Lage handeln.


Dann aber zurück zu Deinen Überlegungen:
Du schreibst:
Zitat:Die Historie hat gezeigt, dass mehrpolare Konstrukte meistens immer eher Konflikte geschürt haben, als dass sie sie entschärft hätten. Genau genommen haben multipolare Gebilde erst verheerende Konflikte ausgetragen, ehe aus den vormaligen Strukturen ein einheitliches Gefüge entwickelt haben, das vielfach Stabilität und gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen im positiven Sinne ausprägen konnte.
Dazu möche ich doch anmerken, dass die Entwicklung nicht stehengeblieben ist.
Wie ich bereits ausführte, ist der Besitz von Atomwaffen die "ultimative Verteidigung". Die gegenseitige Androhung der Vernichtung des anderen hat über die Jahrzehnte des "Kalten Krieges" im Endeffekt erst dazu beigetragen, dass es eben zu keinem "heissen Konflikt" gekommen ist. Auch wenn manche "Friedensapostel" das nicht gerne hören - die Androhung der gegenseitigen Vernichtung hat Europa die längste Friedensperiode seiner Geschichte beschert. Deinem
Zitat:.. angesichts der munteren Weiterverbreitung von atomaren Waffen ein Alptraumszenario (es sei denn, man beißt die Zähne zusammen und riskiert eine Konfrontation dennoch), vor allem weil die Demokratie bisher noch kein Konzept zur Bekämpfung des aufziehenden Gefahrenszenarios für die eigene Existenz besitzt.
ist einfach die Erfahrung der "ultimativen Abwehrwaffe" entgegen zu halten. Kein Staat mit Atomwaffen kann heute angegriffen werden, ohne dass der Angfreifer seine eigene Existenz gefährdert. Und weil alle - auch und gerade die totalitären Herrscher in Diktaturen - an der Macht bleiben wollen, werden sie alle nicht den eigenen Untergang provozieren.

In dem Zusammenhang möchte ich auch auf den "vergleichsweise milden und demokratisch-freiheitlichen Hegemon, die USA," eingehen. Stimmt: wir hatten im Westen Glück, die USA an unserer Seite zu haben.
Das sollte unbestritten sein.
Meine Zweifel am "Hegemon USA" begannen mit Ronald Reagans Abwehrprojekt. Damit sollten die USA unangreifbar werden. Gleichzeitig wurde in den USA immer offener über die Möglichkeit des Erstschlags diskutiert - während wir in Europa als "Bauernopfer" ungeschützt einem sowjetischen Vergeltungsschlag ausgeliefert gewesen wären. Seinerzeit ist mir klar geworden, dass die US-Regierung ausschließlich populistischen Stimmungen in der US-Bevölkerung verantwortlich ist. Die US-Präsidenten möchen "an der Macht bleiben", und die Europäer tragen keine einzige Stimme zu den US-Wahlen bei.

Du schreibst weiter:
Zitat:Und wenn man sich nun etwa die chinesischen Ausprägungen anschaut, so wäre es m. M. nach wiederum nicht wünschenswert, wenn dieser Hegemon bestimmend sein könnte, was
a) den Umgang mit nichtgenehmen Systemen und
b) die allgemeine Entwicklung hinsichtlich Freiheit und Fortschritt innerhalb von genehm gemachten Gebilden angeht.
und
Zitat:Das Verschwinden der Hegemonialmacht USA wäre insofern, solange vor allem auch Europa sich unsicher bewegt, verhängnisvoll für die Demokratie und die Freiheit auf diesem Planeten. Es gilt insofern diese Entwicklung mit aller Härte zu stoppen
.

Dazu wäre zunächst einmal anzumerken, dass sich China als Hegemonialmacht in seiner mehrtausendjährigen Geschichte immer auf Ostasien beschränkt hat, und dass China als Bauernstaat zur militärischen Intervention eine völlig andere Tradition entwickelt hat als das auf Legionen gegründete Römische Reich (und die in der Nachfolge der Römer stehenden Staaten).

Ich möchte aber auch anmerken, dass sich Gesellschaften ändern. Die Militärdiktaturen in Lateinamerika, Spanien (Franco) und Griechenland haben genauso demokratischen Regierungen Platz gemacht wie die kommunstische Diktatur in Osteuropa zusammen gebrochen ist.
Es ist nicht zu erwarten, das ein "wohlhabendes China" (um bei Deinem Beispiel zu bleiben) weiterhin totalitäre Strukturen aufrecht erhält und dazu nochmals auf <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.globaldefence.net/kulturen_im_konflikt/geopolitische_weltordnung/geaendertes_geopolitisches_verstaendnis_5491_27.html">http://www.globaldefence.net/kulturen_i ... 91_27.html</a><!-- m --> hinweisen:
Zitat:Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen, die von der Wirtschaftswoche (WiWo) am 21. Januar 2008 zitiert wurden ("Two Views in Institutions of Development: The Grand Traisition versus the Primacy of Institutions") sei belegbar, dass erst steigender Wohlstand in vielen Ländern demokratische Strukturen hervorgebracht habe. Die Einkommensschwelle, von der an sich demokratische Strukturen etablierten, läge dabei historisch gesehen meist zwischen 32 und 50 % des Pro-Kopf-Einkommens der USA. Herausgegriffen hat die WiWo das Beispiel Spaniens, dessen Wechsel von der Franco-Dikatatur zu demokratischen Strukuren Mitte der Siebzigerjahre einsetzte, "als das Pro-Kopf-Einkommen das Niveau von 50 % erreicht hatte". Die Entwicklungspolitik müsse "sich daher stärker um die Beseitigung der Wachstumsbremsen kümmern. Dazu gehöre neben der Krankheitsbekämpfung auch die bessere Ausstattung der Entwicklungsländer mit technischem Know-how."

Und damit komme ich zu einem abschließenden Punkt:
Noch nie in der Geschichte haben demokratische Länder gegeneinander Krieg geführt. Das ist wohl eine bemerkenswerte, aber kaum realisierte Tatsache.

Damit ergibt sich aber auch eine klare Linie für die Entwicklung einer "multipolaren Welt".
Der damit auch in den Schwellenländern steigende Wohlstand führt nach o.g. Untersuchung zwangsläufig zu mehr Demokratie und die zunehmend demokratischen Strukturen führen zu zunehmender Sicherheit der demokratischen Länder.
Mithin erweisen sich - das nur als letzter Schlenker - Embargos und Handelsverbote eher als kontraproduktiv, weil sie beim potentiellen Gegner nicht den Wohlstand mehren sondern dessen Bevölkerung in Armut drücken, und damit dem Ruf nach einer starken Regierung Vorschub leisten.
Die Geschichte zeigt jedenfalls auch, dass Demokratien gefährdert sind, wenn Wirtschaftskrisen das jeweilige Land erschüttern.

Insofern plädiere ich für eine Globalisierung, die gerade bei den potentiellen Regional- und Weltmächten mehr Wohlstand erzeugt und damit die Entwicklung der Demokratie begünstigt.
Das ist die letzte, ultimative Sicherheit gegen kriegerische Auseinandersetzungen - und (erst) dann wird es auch der Drohung der gegenseitigen Vernichtung mit Atomwaffen nicht mehr bedürfen.
Global betrachtet und nach Politikfeldern aufgefächert ist die USA schon heute keine echte Hegemonialmacht mehr. Einzig allein militärisch kann sie heute eine echte Vormachtstellung global für sich reklamieren. Aber auch diese Überlegenheit bei den konventionellen Waffensystemen erfährt eine deutliche Relativierung angesichts der Atomarsenale Russlands, auch Chinas und anderer Staaten. Und technisch und wirtschaftlich bewegen sich die USA immer mehr in Richtung auf den Status primus inter pares, wenn überhaupt. Da können die USA (und auch China im Weiteren) fro sein, dass die Europäer in ihrer supranationalen Verfasstheit irgendwo im Niemandsland des "Staatenverbunds" herumirren.

Ich zweifle auch sehr stark, dass es eine echte globale Hegemonialmacht überhaupt geben kann und auch historisch konnte allenfalls Großbritannien in Ansätzen während des 19.Jahrhunderts diese Rolle reklamieren, wie auch die USA für eine historische Sekunde von 1990 bis 2003/2004. Ansonsten gab es stets nur regionale Imperien, Imperialmächte, Hegemone und den Versuch, Hegemon zu werden. Und auch in diesen regionalen Fällen kann man stets eine gemischte Bilanz ziehen. Starke Hegemone, gar imperiale Ordnungen sind auch nur kurzweilige Ordnungsgaranten, nur so sicher und langwährend, wie ihre inneren Krfäte ausreichen, die zentrifugalen Kräfte zu bändigen. Und gerade in Zeiten intensiven gesellschaftlichen Wandels, staker Dynamiken, ist das sehr problematisch. Da bieten partikualere Ordnungsmodelle, auch und gerade der "Staat/Nationalstaat" ("European trademark") durchaus Möglichkeiten, Druck aus dem Ventil zu lassen. Das geht natürlich auch nicht ohne Konflikte ab, zugegeben, aber ähnliches gilt auch für das Auseinanderbrechen imperialer Ordnungen (die Taiping Rebellion soll laut den üblichen Opferzahlen von gut 50 Millionen Toten zumindest in der Anzahl ähnlich viel Opfer gekostet haben wie der Zweite Weltkrieg). Und hegemoniale Ordnungen haben auch die dumme Angewohnheit, dass wenn sie schwach ausgeprägt sind, der Hegemon auch ständig von Herausforderern konfrontiert wird. Dies ist auch kein Garant für Stabilität.
Daher: Das Ordnungsmodell allein ist nicht so wichtig. Stabilität gibts nicht gratis mit nem bestimmten Ordnungsmodell umsonst dazu. Es geht viel mehr darum, welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Kräfte bestehen und wie sie am besten eingehegt und gebändigt werden können. Und in heutigen Zeiten, mit so vielen Staaten, mit so vielen Menschen, mit so vielen großen Staaten, geht das bestenfalls mit regionalen, mal mehr mal weniger starken Hegemonialmächten, also mit einer globalen multipolaren Ordnung. Ob da die USA oder China primus inter pares ist, ist dann je nach Sachfrage wichtig bis uninteressant. Auch heute kann die USA im direkten nahen Ausland Chinas keinen Stich sehen und daran wird sich auch ohne Zweifel nicht viel ändern, von dem Fall einer regionalen Gegenbewegungen gegen China mal abgesehen.
Rein vom europäischen Standpunkt aus gesehen, waren die Zeit während des Kalten Krieges und während der "Historischen Sekunde" (Thomas) die mit Abstand angenehmste: Sobald der westliche Primat Washington sich eines Themas angenommen hatte, konnte auf eine zielstrebige Umsetzung gehofft werden. Auch bei allen Gegesätzen und Feindschaft zum Warschauer Pakt, konnten zahlreiche Übereinkünfte v.a. im Bereich Rüstungskontrolle und Sicherheit erzielt werden.

Heute dagegen, und da möchte ich Thomas und Erich widersprechen, ohne die bündelnde Dominanz Washingtons und gegebenenfalls Moskaus divergieren die Interessen der fünf bis sechs Machtblöcke dermaßen, dass es unmöglich scheint, in auch nur irgendeinem Punkt Einigkeit zu erreichen. Ob man sich jetzt in wirtschaftlichen Fragen (die gescheiterte Doha-Runden, die jüngsten G-20-Gipfel), dem Klimaschutz (das Kopenhagen-Desaster) bis hin Abrüstung (HAHAHA) umschaut.

Die Multipolare Welt ist von der Sicht des Historikers viel interessanter und bietet dem Hobbystrategen viel mehr Möglichkeiten. Aber angesichts des -frei nach Quintus und Oswald Spengler- Europa im Niedergang bzw euphemistisch nach Thomas Europa im Niemandsland des Staatenverbunds vermehren sich vor allem die Probleme und nicht die Chancen.
Die bisherigen Underdogs der Weltgemeinschaft, wie die IR Iran und die VR China können aus der neuen Ordnung durch ihr kluges Taktieren Profit schlagen. Allenfalls aus einer christlichen bzw. humanistischer Sicht darf man sich freuen dass sich die Glaubensgeschwister in Südamerika und die ehemals Armen in Südamerika emanzipieren.
Die zweiten Geigen der westlichen Welt Israel, EU, Ozeanien und Japan dürfen neue schwierige Problemfelder erwarten, die Amerikaner sich über die sportliche Herausforderung freuen.
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